2/2022 – Vom Mythos zum Signal. Zu einer Mediengeschichte der Sirene

  • Christa Agnes Tuczay: Die Sirenen. Eine neue alte (Literatur-)Geschichte
  • Daniela Chana: “Know she breaks”. Das Sirenen-Motiv in Popsongs
  • Johanna Lenhart: “No man can resist her. All men should.” Sirenen im Horrorfilm
  • Leonie Licht: Ein Mythos politischer Stimmen
  • Arantzazu Saratxaga Arregi: Der Betrug Odysseus’ und die Wahrhaftigkeit der technischen Medien
  • Bianca Burger: Von Sirenen und anderen Signalen. Eine kleine Kulturgeschichte des Alarmsignals

1/2022 – Medien und der Rausch der Gefühle: Wut, Zorn und Empörung

herausgegeben von Erik Bauer, Gabriele Falböck & Roman Hummel

  • Anton Holzer: Protest! Massenpolitik, Fotografie und Presse 1900 bis 1938
  • Hendrik Michael: When the going gets weird. Narrative Strategien und Kritikfunktionen des literarischen Journalismus in der politischen Berichterstattung in den USA der 1960er-Jahre
  • Roman Hummel & Gerit Götzenbrucker: Rationaler Diskurs und Rausch der Gefühle. Anmerkungen zu medialem Qualitätsmanagement
  • Ricarda Drüeke: Es gibt ein anderes Österreich: friedlich, empathisch und solidarisch. Die Protestbewegung Omas gegen rechts
  • Markus Hofstätter & Harald Wimmer: Die werbliche Inszenierung des Mannes in Männermagazinen. Ein historischer Abriss am Beispiel der Werbeanzeigen im Playboy (1970-2020)

4/2021 – Offenes Heft

herausgegeben von Erik Koenen, Christina Krakovsky, Maria Löblich, Mike Meißner & Hendrik Michael

  • Julia Gül Erdogan: Datenschleuderer und Hackerpostler. Hackernewsletter in der Bundesrepublik Deutschland in den 1980er Jahren
  • Daria Gordeeva: Deutsche Einheit im Film. Öffentlich-Rechtliche, Netflix und Kampf um Deutungshoheit
  • Sabine H. Thöle: „Der Bluff wirkte – ich galt jahrelang für einen Mann“. Über Martha Maria Gehrke, Journalistin der Weltbühne 1918-1933, und ihre Pseudonyme Vanna Brenner, M.M. Gehrke und Hans Glenk
  • Jonathan D. Fitzgerald: The Continuous Line. Visualizing the History of American Literary Journalism

PDF-Download: m&z-4/2021-Offenes Heft.pdf

3/2021 – Revolution und Medien

herausgegeben von Christina Krakovsky & Erik Bauer

  • Ricarda Drüeke & Elke Zobl: Alternative Medien und digitalisierte Gegenöffentlichkeiten
  • Michael N. Goddard: What was Guerrilla Media? From Armed Struggle to Guerrilla Television and Punk DIY Practices
  • Brigitte Geiger: AUF und an.schläge, Frauensolidarität, fiber und Co. Zu Entwicklungen feministischer (Print-)Medien in Österreich im Kontext der zweiten (und dritten) Frauenbewegung
  • James Edwards, Diotima Bertel, Fiona Seiger & Jochen Resch: Ethische Überlegungen zur Forschung mit vulnerablen Gruppen. Ein Leitfaden für Forscherinnen und Praktikerinnen

PDF-Download: m&z-3/2021-Revolution_und_Medien.pdf

Call for Papers: Europäische Geschichte(n) des Auditiven / European History(s) of the Auditory

medien & zeit 3/2023

Herausgeber*innen: Gaby Falböck, Norbert Feldinger, Fritz Hausjell, Christina Krakovsky

Einreichung von Abstracts: 31. Mai 2022
Einreichung von Full Papers: 31. November 2022
Veröffentlichung der Ausgabe: Frühestens in Ausgabe 3 von 2023
Einreichungen bitte per email: cfp@medienundzeit.at

CfP mz 2023-3 EN.pdf
CfP mz 2023-3 DE.pdf

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Editorial 2/2021

Diotima Bertel, Gaby Falböck, Anna Klail

Verletzbarkeit stellt „ein unhintergehbares Faktum menschlicher Existenz“ (Zirfas 2020, 142) dar. Als Thema der Kunst in ihren vielfältigen Darstellungsformen begegnet uns Vulnerabilität durch alle Epochen hindurch und innerhalb sämtlicher gesellschaftlicher Ebenen und Lebensphasen. Götter und Göttinnen, Königinnen und Könige, KriegerInnen und HeroInnen, Adel und BürgerInnentum, Bauern, Bäuerinnen und HandwerkerInnen können aufgrund einer unerwarteten politischen oder wirtschaftlichen Krise, einer Fügung des Schicksals, eines Unfalls, einer Krankheit, kurzum aufgrund eines unabsehbaren Ereignisses aus ihren vermeintlich stabilen Plätzen in den Rängen des sozialen Gefüges katapultiert werden. Der Mensch ist verletzlich: In seiner Körperlichkeit, seiner Psyche wie auch seinem sozialen Sein. Wer trotz der ästhetischen Impulse zur Stiftung von Sensibilität für diese Conditio Humana Zweifel gehegt haben sollte: Spätestens die Entwicklungen der letzten beiden Jahre, in denen eine vermeintlich mit Sicherungssystemen ausgestattete, technologisch hochentwickelte und in ihren sozialen Grundstrukturen moderne, aufgeklärte Gesellschaft mit einer gewaltigen medizinischen und sozialen Krise konfrontiert wurde und die (Vor-)Zeichen einer lange ignorierten ökologischen Krise unübersehbar werden, verdeutlichten den reichen westeuropäischen Gesellschaften ihre Vulnerabilität.

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Assimina Gouma & Johanna Dorer: Intersektionalität als (neues) Paradigma in der Kommunikationswissenschaft

Entwicklung und empirische Befunde

In der feministischen Theoriebildung ist die intersektionale Betrachtung sozialer Prozesse
durch kritische Beiträge von Frauenbewegungen – vor allem Schwarzen Feminist_innen – eingefordert worden. Der Beitrag zeichnet die Genealogie dieser Entwicklung und die Ausdifferenzierung intersektionaler Überlegungen nach. In der feministischen Kommunikationswissenschaft werden intersektionale Zugänge zunehmend wichtig und auf sämtliche Ebenen des gesellschaftlichen Kommunikationsprozesses angewandt. Methodisch stellen intersektionale empirische Projekte allerdings auch eine erhebliche Herausforderung dar.

Ljubomir Bratić: Kurze Geschichte der Printmedien von und für MigrantInnen aus Jugoslawien in Österreich

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Geschichte der Printmedien von und für MigrantInnen
aus Jugoslawien in Österreich. Die Wirkungs- und Entstehungslinien dieser Medien werden
in einem historisch genealogischen Verfahren dargestellt. Zudem werden exemplarische und punktuelle Einblicke in deren Inhalte gegeben und damit die Veränderungen in der Ausrichtung der Zeitschriften illustriert. Die Medien werden als Teil eines komplexen Prozesses der Migration verstanden, eines der sich permanent in mehrere Felder und Zusammenhänge (Herkunftsstaat, Aufnahmestaat und persönliche Biographien von HerausgeberInnen aus dem Kreis der MigrantInnen in Österreich) entfaltet. Diese Zeitschriften sind Plattformen auf denen die laufenden Fragestellungen innerhalb der Community diskursiv bearbeitet werden und, in der Retrospektive die Versuche Wirksamkeiten zu entfalten, nachvollziehbar machen.

Anna Wagner, Susanne Kinnebrock & Manuel Menke: Vulnerabilität am Lebensende

Mediale Debatten und lebensweltliche Vorstellungen

Der Umgang mit Vulnerabilität am Lebensende und in finalen Phasen der Pflegebedürftigkeit
ist alltägliche Herausforderung im Leben vieler Menschen – und steht zunehmend auch im
Mittelpunkt öffentlicher Debatten und gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Vorstellungen
und Bilder eines würdevollen Sterbens und Gepflegtwerdens, einer von Fürsorge geprägten
Angewiesenheit oder eines einsamen Dahinsiechens werden (massen-)medial verhandelt und konstruiert. Mediendarstellungen von Tod, Sterben und Pflegebedürftigkeit schlagen sich auch auf individueller Ebene in den Lebenswelten von Menschen und in ihrem Bestreben nieder, antizipative Regelungen für finale Lebensphasen zu treffen (Advance Care Planning). In diesem Beitrag werden die Ergebnisse von vier Studien eines mehrjährigen Forschungsprojekts vorgestellt, in dem die medialen Debatten und individuellen Vorstellungen zu (der Vulnerabilität in) finalen Lebensphasen beforscht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Vulnerabilität sowohl in den Massenmedien als auch in den Vorstellungs- und Entscheidungswelten der Bürger*innen ambivalent wahrgenommen wird und die medialen Argumentationsmuster offenbar auch die lebensweltlichen Vorstellungen prägen.