Veronika Pfolz: „Und es hat den Kindern allen, Bobbys Antwort sehr gefallen“

Abstract: Das Kleine Blatt war 1927 dezidiert mit der Intention gegründet worden, die Leute zu unterhalten und im sozialdemokratischen Sinn zu informieren. Der vorliegende Beitrag setzt hier an und untersucht, inwieweit die Maxime des Kleinen Blattes „unterhalten und instruieren“ auch auf der Kinderseite und im speziellen für die Bildgeschichte Bobby Bär gegolten hat. Die daraus  bgeleitete Fragestellung der weiteren Forschung lautet daher: Wie politisch sind die unterhaltenden Geschichten der Figur des Bobby Bär? Welche Werte werden darin vermittelt? Inwieweit werden die Erziehungsideale der Sozialdemokratie umgesetzt? Und: gibt es nicht vielleicht Widersprüche dazu?

Petra Herczeg & Rainer Rosenberg: Denn sie hören mit Haut und Haaren Das Kinderradio als Unterhalter und Vermittler von Weltwissen. Ein Dialog zwischen Theorie und Praxis

Abstract: Der folgende Beitrag versteht sich als Versuch dem Vorurteil „Alle Theorie ist grau“ ebenso wie dem seitens der PraktikerInnen wie der WissenschafterInnen vorherrschendem Generalverdacht der Ahnungslosigkeit des jeweiligen Gegenübers etwas entgegenzusetzen. So wählte das AutorInnenduo die Dialogform um vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung relevante Fragen über die Gegenwart und Zukunft des Kinderradios zu diskutieren. Seitens der Wissenschaft liegen die Befunde pro Kinderradio klar auf der Hand. Seitens der Praxis können gleichermaßen Ergebnisse von HörerInnenbefragungen und Alltagserfahrungen über die Hürden und Herausforderungen der Produktion von Kinderradioprogrammen vorgewiesen werden. Daraus lässt sich schließlich ableiten, warum Kinderradio ein vernachlässigtes Feld auf dem Radiomarkt ist. Dennoch konnten im österreichischen Kultursender Ö1 Nischen für Kinderradio geschaffen und u.a. mit einer Medienfigur (Rudi, der rasende Radiohund) belebt werden, die auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Rezeptionsgewohnheiten der, eine Medienkindheit erlebenden jungen ZuhörerInnen eingehen.

Michael Litschka: Kommerzialisierung der Kinder als medienökonomisches Problem Eine wirtschafts- und medienethische Analyse

Abstract: Kindermarketing, Kinder-PR, Kundenbindung für Kinder und Jugendliche sind medienwirtschaftliche Phänomene mit starken normativen Implikationen. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie diese Phänomene als natürliche Folge eines  heoretischen Verständnisses der Medienlandschaft verstanden werden können, das neoklassisch geprägt ist. Die Ökonomisierung der Medien und die Mediatisierung der Unternehmen generell wird in Zusammenhang mit dieser Form der  inderbewirtschaftung gebracht und gezeigt, dass eine medienethische Analyse dieses Problems nur mittels Wirtschaftsethik erfolgreich sein wird. Als mögliche Anwendung wirtschaftsethischer Modelle auf mediale und kommunikative Prozesse wird der Capability Approach von Amartya Sen vorgeschlagen. Dessen Betonung der Wahlfreiheiten der Individuen und der notwendigen Befähigungen diese Wahlfreiheiten auch zu nutzen, geht weit über die traditionellen Nutzen- und Gewinnaspekte mancher Unternehmensstrategien hinaus und zeigt einen Weg aus dem Dilemma der Kinderbewirtschaftung. Als Konsequenz dieser theoretischen Überlegungen wird die unternehmensethische Umsetzung von Verantwortung mittels  Organisation und Kommunikation“ von Ethik verlangt.

Ingrid Paus-Hasebrink & Philip Sinner: Nutzung, Chancen und Risiken Heranwachsender im Internet – Österreichische Kinder im europäischen Vergleich Ergebnisse des Forschungsprojekts EU Kids Online

Abstract: Das Internet ist aus dem Alltag, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, nicht mehr wegzudenken, dies kann als Gemeinplatz gelten. Seine Nutzung bietet einerseits Chancen, wie Informations-, Unterhaltungs- und  Beteiligungsmöglichkeiten, andererseits sind damit aber auch Risiken und potenzielle Gefahren verbunden. Den Herausforderungen und der Erforschung dieses Themenkreises stellt sich seit 2006 das europäische Forschungsnetzwerk von EU Kids Online. Der Beitrag stellt vor, wie österreichische Kinder und Jugendliche zwischen neun und 16 Jahren das Internet nutzen und wodurch sich ihre Ausgangssituation und ihre Nutzungsweisen im europäischen Vergleich charakterisieren lassen. Das Herzstück bildet die Vorstellung einer Ländereinteilung in vier Cluster auf Basis von Nutzungs-, Risiko- und Erziehungsmustern in 25 Ländern und daraus resultierende Strategie-Empfehlungen, wie ein sicherer und gewinnbringender Umgang mit dem Internet gefördert werden kann. Abschließend werden Konsequenzen diskutiert und Empfehlungen speziell mit Blick auf Österreich formuliert, wie den bestehenden landesspezifischen Gegebenheiten und skizzierten Problemen zielgerichtet begegnet werden kann.

Rezensionen 3/2013

Anja Peltzer, Kathrin Lämmle & Andreas Wagenknecht (Hg.): Erinnerungen Krise, Cash & Kommunikation. Die Finanzkrise in den Medien. Konstanz: UVK 2012, 256 Seiten.
– rezensiert von Klaus Spachmann

Simon Reynolds: Retromania. Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann. Mainz: Ventil 2012, 422 Seiten.
– rezensiert von Christoph Jacke

Friedrich Krotz & Andreas Hepp (Hg.): Mediatisierte Welten. Forschungsfelder und Beschreibungsansätze. (= Medien – Kultur – Kommunikation). Wiesbaden: Springer VS, 2012, 270 Seiten.
– rezensiert von Marian Adolf

Katrin Bobsin: Das Presseamt der DDR. Staatliche Öffentlichkeitsarbeit für die SED. (= Medien in Geschichte und Gegenwart, Bd. 29). Köln u.a.: Böhlau 2013, 477 Seiten.
– rezensiert von Christoph Lorke

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