Ingrid Scheffler: Paulinchen war allein zu Haus’. Gabriele Wohmanns Roman und der gleichnamige Fernsehfilm von Anne Voss: Perspektivität bei der Konstruktion von Wirklichkeit in verschiedenen Medien.

Einleitung: Die Schriftstellerin Gabriele Wohmann, vor allem als Romanautorin anerkannt, hat eine Reihe von genuinen Fernsehspielen verfaßt, zum Beispiel 1993 „Das Schöne an Frauen”. Auf die Frage, warum sie nicht selbst das Drehbuch zum „Paulinchen“-Roman geschrieben habe, meint die Autorin, daß sie zum einen nicht gerne ein zweites Mal Hand an eine Arbeit lege (dagegen sprechen jedoch ihre vielen Stoffmehrfachverwertungen), aber vor allem sei ihr der Aufwand bei einem Roman im Gegensatz zu einer Erzählung zu groß, so daß sie diese Arbeit gerne Anne Voss überlassen habe.

Die Wiesbadener Filmemacherin Anne Voss ist vor ihrer Zeit als freiberufliche Regisseurin als Lehrerin und von 1972 bis 1977 als Redakteurin beim WDR-Kinderfunkprogramm tätig gewesen und hat dort Produktionen wie „Die Sendung mit der Maus“ und „Sesamstraße“ betreut …

Günter Müchler: Die vielen Opfer der Zensur

Einleitung: In der Opferliste der von der Zensur geknechteten Journalisten des Vormärz nimmt Ludwig Börne einen herausragenden Platz ein. Aber wer kennt die Schmerzen des Johann Joseph Severus? Er war Zensor Bömes, der im Jahre 1819 die Zeitung der freien Stadt Frankfurt redigierte. Zur selben Zeit, da Börne seinen Posten wegen politischer Unbotmäßigkeit verlassen mußte, versuchte der Zensor aus dem Amt zu fliehen. Börne hatte den alterfahrenen Pressekontrolleur in kürzester Zeit nervlich ruiniert. Also schrieb Severns am 24. August 1819 an den Senat der Stadt Frankfurt …

Fritz Randl: Bibliographie studentischer Abschlußarbeiten. Diplomarbeiten und Dissertationen an österreichischen Universitäten aus dem Bereich der Medien- und Kommunikationsgeschichte. Teil II

Einleitung:

Journalismus

BANKHAMER. Alfred: 500 Jahre Amerika. Die Berichterstattung in den Tageszeitungen der USA und Venezuelas. Diplomarbeit, Universität Wien 1994. (100)

BAYRLEITNER, Sigrid: Massenmedien und soziale Herrschaft. Diskurshistorische Analyse der Berichterstattung über Italien in der „Presse “ Februar, März, April 1977. Diplomarbeit, Universität Wien 1996. (100)

BEITEL, Anna-Maria: Das Feindbild Islam und der Begriff Fundamentalismus im medialen Kontext. Diplomarbeit, Universität Wien 1996. (100)

DENKMAYR, Barbara: Über das Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations. Aufarbeitungen des aktuellen ForschungsStandes sowie empirische Analysen. Diplomarbeit, Universität Salzburg 1996. (504)

Wolfgang Langer & Wolfgang Pensold: Im Schatten der Funkhoheit. Die Anfänge des Fernsehens in Vorarlberg.

Einleitung: Hauptanliegen der vorliegenden Regionalstudie war es, spezifische Vorarlberger Besonderheiten im Rahmen der österreichischen Femsehgeschichte herauszufinden und zu hinterfragen. Mit anderen Worten, es ging darum, über die Parallelen der Femsehentwicklung im gesamten Bundesgebiet hinaus auch die Unterschiede zu thematisieren, was sich gerade am Beispiel Vorarlbergs als besonders aufschlußreich erwies. Schließlich war die Vorarlberger Entwicklung der Entwicklung in Wien in vielerlei Hinsicht geradezu entgegengesetzt. In Wien entstand das österreichische Fernsehen, nach Vorarlberg kam es so gut wie zuletzt…

Karin Müller: Spielleute im Hoch- und Spätmittelalter. Nachrichtenübermittler, Spaßmacher und Störenfriede.

Einleitung: Es stehen im Mittelalter drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um zu kommunizieren: Schrift, Bild und Sprache, die aber nicht alle im selben Maß genutzt werden können. Bedingt durch den Analphabetismus großer Bevölkerungskreise bleibt vor allem die Schrift in diesem Zeitalter einer geistigen Elite vorbehalten. Zusätzlich wird das Lateinische von den Geistlichen als Bildungssprache genutzt, um in ihren Kreisen eine internationale Verständigung zu gewährleisten. Erschwerend kommt hinzu, daß Bücher und Handschriften händisch abgeschrieben werden müssen, wodurch der Zugang zu diesem Bildungsgut auch durch die hohen Kosten nicht für alle möglich ist. Das Bild als Medium ist hauptsächlich im Umfeld des Kirchenraums anzutreffen, um den Menschen die Inhalte der Bibel näherzubringen, oder sie, wie in den monumentalen Weltgerichts-darstellungen, an die Verantwortung vor Gott zu erinnern. …