Philipp Budka: Digitale Medientechnologien aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive Überlegungen zu Technologie als materielle Kultur und Fetisch

Abstract: Dieser Aufsatz blickt auf digitale Medientechnologien aus Perspektive der Kultur- und Sozialanthropologie. In einem wissenschaftstheoretischen und historischen Abriss werden einerseits Eckpunkte in der Entwicklung relevanter Forschungsfelder, wie die Anthropologie und Ethnographie der Medientechnologien, die Digitale Anthropologie sowie die Anthropologie der Cyberkultur behandelt. Andererseits werden zwei Fallbeispiele aus der ethnographischen Forschungspraxis vorgestellt, die digitale Technologien als materielle Kultur verstehen. Technologie als materielle Kultur erlaubt es die Materialität und die Normativität von Technologien ebenso zu fassen wie deren alltägliche Aneignung in wandelnden soziokulturellen, politischen und ökonomischen Kontexten. Der Aufsatz schließt mit einer Diskussion der Fetischisierung von Technologien, deren Bedeutung und Zusammenhänge.

Gaby Falböck & Roland Steiner: Der Kult als Dispositiv Zur Genealogie des genialen Wissenschaftlers

Abstract: Der folgende Beitrag widmet sich dem Kult um Wissenschaftler ausgehend von selbst geschaffenen und medialen Bildern dieser Diskursebene. Empirische Befunde zu diesem an sich rationalen Beruf in Nachrichtenmagazinen, Spielfilmen und Comics konstatieren verschiedene Typen des Wissenschaftlers – vom professionellen Experten bis zum genialen Helden – und evozieren so die Frage, wie Images inner- und außerhalb des Populärkulturellen entstehen. Mit den Cultural Studies gedacht formieren sich im Kult um Wissenschaftler kleine, exklusive bis exkludierende Gemeinschaften, wie anhand von Stuart Hall, Niklas Luhmann und Herbert Marcuse gezeigt wird. Das Kult-Dispositiv entwickelt durch diese Communitys sowie durch die Macht des Wissens per se eine auch von Foucault attestierte positive Machtdynamik.

Rezensionen 1/2013

Melanie Magin: Wahlkampf in Deutschland und Österreich. Ein Langzeitvergleich der Presseberichterstattung. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2012 (= Medien in Geschichte und Gegenwart, Bd. 28), 360 Seiten.
– rezensiert von Heinz P. Wassermann

Hartmut Wessler & Michael Brüggemann: Transnationale Kommunikation. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Springer 2012, 215 Seiten.
– rezensiert von Christian Schwarzenegger

Emilie Altenloh: Zur Soziologie des Kino. Die Kino-Unternehmung und die sozialen Schichten ihrer Besucher. Neu herausgegeben von Andrea Haller, Martin Loiperdinger, Heide Schlüpmann. (= KINtop Schriften. Materialien zur Erforschung des frühen Films, Bd. 9) Frankfurt am Main, Basel: Stroemfeld Verlag, Roter Stern 2012, 102 Seiten.
– rezensiert von Erik Koenen

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