Oliver Raaz & Stefan Wehmeier: Unsichere PR-Geschichte PR-Historiographien im systematischen Vergleich

Abstract:
Zentrales Anliegen des vorliegenden Beitrags ist es, vergleichend den Theoretisierungsgrad von umfassenden US-amerikanischen, britischen und deutschsprachigen Beiträgen zur PRHistoriographie zu analysieren und daraus Impulse für eine zukünftige Geschichtsschreibung abzuleiten. Das wichtigste Ergebnis lautet: Die US-amerikanische PR-Geschichtsschreibung besitzt die meisten Beiträge zum theorieorientierten Typus. Diese lassen sich aber im Grunde zu einem einzigen Modell verdichten, dem zufolge die Entwicklung der PR von einem moralischen und kommunikativen Fortschritt gekennzeichnet ist. Demgegenüber stellen die theorieorientierten deutschsprachigen Ansätze je eigenständige, unterschiedliche Beobachtungen über die PR-Geschichte an. Die britische PR-Geschichtsschreibung verfügt zwar nur über einen einzigen überblickenden Beitrag. Dieser zeichnet sich aber durch ein hohes Maß an historiographischer Reflexivität aus.

Peter Szyszka: Vom Wiener Kongress bis zur Weimarer Republik Die Frühgeschichte deutscher PR-Arbeit aus theoriengestützter Perspektive

Abstract:
Auch wenn die Zahl der Arbeiten zu einer deutschen PR-Geschichte nach wie vor überschaubar ist, lassen es die vorliegenden Befunde doch zu, über den Nachweis funktional äquivalenter Artefakte hinaus Entwicklungsprozesse zu rekonstruieren, die mehr oder weniger direkt auf das heutige PR-Berufs- und Arbeitsfeld hinführen. Der Beitrag will zeigen, dass es ein theoriegestützter analytischer Zugang schon anhand ausgewählter historischer Befunde möglich macht, im Kontext gesellschafts- und medienhistorischer Betrachtung Entstehung und frühe Entwicklung deutscher PR-Arbeit im 19. Jahrhundert zu verorten, aber auch notwendig, aus gemeinsamen Anfängen heraus differente Entwicklungen – hier in Staat und Wirtschaft – zwar in ihrem wechselseitigen Bezug, aber doch als eigenständige Entwicklungen zu behandeln.

Marius Lange: “Ein neues Wort, kein neuen Mittel” Public Relations in der Weimarer Republik und NS-Diktatur

Abstract:
Der Beitrag fokussiert den deutschsprachigen Fachdiskurs über „Public Relations“ in der NS-Zeit und zeichnet die Entwicklung des Tätigkeits- und Berufsfeldes seit der Weimarer Republik nach. Dabei wird nicht nur die Ausgestaltung der zeitgenössischen PR-Konzepte offenbar, sondern auch deren Umsetzung in verschiedenen politischen Systemformen, unter veränderten Rahmenbedingungen öffentlicher Kommunikation.

Peter Szyszka: Deutsche PR-Nachkriegsgeschichte als Berufsfeldgeschichte Ein revidiertes Phasenmodell

Abstract:
Da eine Gründungslegende, die eine deutsche PR-Frühgeschichte auszublenden versuchte, bis zum Einsetzen deutscher PR-Forschung das dominante Bild deutscher PR-Geschichte bereitstellte, ist in der Vergangenheit ein großer Teil PR-historischer Forschung auf eben jene ausgeblendete Frühgeschichte konzentriert worden. Die deutsche PR-Nachkriegsgeschichte wurde deshalb eher stiefmütterlich behandelt. Der vorliegende Beitrag widmet sich der Nachkriegsgeschichte und kann darstellen, dass diese Nachkriegsgeschichte als Entwicklungsgeschichte des deutschen PR-Berufsfeldes in zwei größere Entwicklungsabschnitte zerfällt und die Entwicklung des PR-Berufsfeldes in seiner heutigen Ausprägung erst in den frühen 1970er Jahren als Folge von Veränderungen im Mediensystem ansetzte und seither reaktiv mit der Entwicklung von Mediensystem und öffentlicher Kommunikation verknüpft ist.

Rezensionen 1/2011

Thomas Abbe, Rainer Gries & Wolfgang Schmale (Hg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2009, 217 Seiten.
– rezensiert von Wolfgang Duchkowitsch

Susanne Kirchhoff: Krieg mit Metaphern. Mediendiskurse über 9/11 und den “War on Terror”. (= Critical Media Studies, Bd. 2). Bielefeld: transcript 2010, 354 Seiten.
– rezensiert von Barbara Fischer

Yvonne Spielmann: Hybridkultur. Berlin: Suhrkamp 2010, 293 Seiten.
– rezensiert von Axel Maireder

Ralf Vollbrecht & Claudia Wegener (Hg.): Handbuch Mediensozialisation. Wiesbaden: VS Verlag 2010, 452 Seiten.
– rezensiert von Christina Krakovsky

Ursina Mögerle: Substitution oder Komplementarität? Die Nutzung von Online- und Print-Zeitungen im Wandel, Zürich: UVK Verlagsgesellschaft 2009, 482 Seiten.
– rezensiert von Erich Vogl

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