Editorial 3/2015 – Sonderausgabe Begleitheft zur Ausstellung "Von der Propagandaschmiede zur Kommunikationswissenschaft" des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien

Die Sonderausgabe von medien & zeit figuriert als Begleitheft zur Ausstellung „Von der Propagandamaschinerie zur Kommunikationswissenschaft“, die einen Beitrag des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien zum 650-Jahr-Jubiläum der Universität Wien darstellt. Sie visualisiert die Geschichte des Instituts seit seiner Eröffnung 1942 inklusive einer 1936 etablierten außeruniversitären Vorgängereinrichtung. Die Ausstellung wird am 24. September 2015 eröffnet und bis 25. Februar 2016 zu besichtigen sein. Aufgrund der Beengtheit räumlicher Gegebenheiten ist die Ausstellung auf drei Ebenen des Hauses verteilt. Sie beginnt in der Media-Lounge (Erdgeschoß) des neuen Hauses in der Währingerstraße 29 und geht im 3. und 7. Stock des Instituts weiter. Weiterlesen

Wolfgang Duchkowitsch: Lange lagen keine leichten Schatten auf dem Institut

Abstract
Der Beitrag referiert zunächst die Bedeutung der Zeitungswissenschaft im Austrofaschismus sowie am 1942 pompös eröffneten Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität Wien. Er setzt mit einer Darstellung der Struktur des Instituts während der langen Nachkriegszeit sowie während seiner nachfolgenden zehnjährigen kommissarischen Leitung fort. Darnach erbringt er mit einer Fokussierung auf Aktivitäten von Kurt Paupié, Ordinarius und Institutsvorstand (1969-1981), eine unverzichtbare Schuldigkeit gegenüber der Geschichte. Den Abschluss des Beitrags liefert unter anderem eine Betrachtung anderer schweren Bürden, die trotz vieler erfolgreicher Initiativen und international beachteter Forschungsleistungen auf dem Institut während der Vorstandszeit von Wolfgang R. Langenbucher (1984-2006) lasteten. Von diesen Bürden konnte sich das Institut erst allmählich während der Institutsleitung unter Hannes Haas (2007-2010) befreien. Die inhaltliche und textliche Gestaltung des Beitrags folgt weitgehend eigenen Publikationen, die im Verlauf meiner Auseinandersetzung mit der Geschichte des Instituts für Zeitungswissenschaft bzw. für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien sowie mit den beiden Institutsvorständen Karl O. Kurth und Kurt Paupié entstanden sind.

Thomas A. Bauer: Ausschnitte, Teilzeiten und Stromstrecken Anmerkungen zur Biografie des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Wien, im Kontext von dessen Bemühen um eine nachhaltige Geschichte

Abstract
In dem Versuch, Perioden, Programme, Ausrichtungen oder Strömungen im Lebenszyklus des Wiener Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft so auszusortieren, dass es Sinn macht daraus dann drei auszuwählen, die das nach innen und außen diskutierte und in vielen inneren Teilgeschichten fragmentierte Selbstverständnis des Instituts – mitschreiben, entstanden weiter ausgreifende, wissenschaftslogische Fragestellungen, die in dem Text einen länger ausfallenden Vorspann und einen ausfransenden Nachspann zu einem viel kürzeren und themenhistorisch umrissenen Plot ergeben. Die drei Themen sind: Praxisorientierung, Internationalisierung und kulturtheoretische Perspektive der Wiener Publizistikwissenschaft. Dabei sind ganz bewusst und begründet nicht Personen, Positionen oder Funktionen ins Spiel gebracht worden, sondern Ideen-Modelle und Konzepte von Nachhaltigkeit, historisch motiviertem Lernen und historisch-dialektisch entwickelter Identität. Der Text macht sich vor aller konkret erzählbaren Geschichte die Mühe, Institutsgeschichten von Institutsgeschichte zu unterscheiden und der Frage nachzugehen, warum sich das Institut bisher für kein Aufschreibesystem/Aufzeichnungssystem entscheiden konnte und wie es möglich wäre, der Geschichte von Kommunikationswissenschaft (ganz allgemein) eine Kommunikationswissenschaft der Geschichte vor- oder zur Seite zu stellen, um so zu deklarieren, dass die Analyse von Geschichte die Referenzwerte von Niederschrift (Themenwahl) und Aufschrift (Aufzeichnung) von Teilzeit-Geschichten zum Gegenstand der nachhaltiger Beobachtung macht: aus der Geschichte lernt, wer Geschichte macht.

Maria Wrona: Disziplinarangelegenheit Karl Oswin Kurth vs. Walter Gruner

Einleitung
Im Archiv der Universität Wien befindet sich ein Akt des Akademischen Senates mit dem Stempel „Disziplinarangelegenheit“, darunter „Anschuldigung gegen Prof. Dr. Karl Kurth“. Dieses Konvolut an über hundert maschinengeschriebenen vergilbten Blättern aus den Jahren 1944 und 1945 bietet einen ungeahnt präzisen Einblick in die inneren Vorgänge an der nationalsozialistischen Universität und wie weit fortgeschritten die Ideologisierung unter Studierenden sowie Lehrenden war. …

Jutta Doppelreiter & Ao Zhou: 26 Jahre Studienvertretung IG Publizistik

Einleitung
Den Lebensraum Universität aktiv mitzugestalten ist seit ihrer Gründung wesentlicher Bestandteil der Vertretungsarbeit der Institutsgruppe (IG) Publizistik. Die IG bietet als offene Basisgruppe allen Interessierten die Möglichkeit sich zu engagieren. Feste, Punschstände oder Erstsemestrigentutorien sollen Raum für Sozialisation unter den Studierenden schaffen. Ein weiteres Projekt zum Mitmachen ist der Zündstoff, die Zeitschrift der IG, die seit 1990 erscheint. Seit 26 Jahren stellt die IG nun die Studienvertretung am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien und blickt dabei auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. …