Erik Koenen: Erich Everth – Wissenstransformationen zwischen journalistischer Praxis und Zeitungskunde Biographische und fachhistorische Untersuchungen

Abstract
Gegenstand und Thema der in dem Beitrag präsentierten Dissertation sind biographische und fachhistorische Untersuchungen zu dem Journalisten und Zeitungskundler Erich Everth (1878-1934). Als erste umfassende wissenschaftliche Biographie zu Everth schließt die Promotionsschrift eine markante Forschungslücke in der disziplinären Frühgeschichte der Kommunikationswissenschaft. Denn trotz der exponierten Position, die Everth von 1926 bis 1933 in Leipzig als deutschlandweit erster und einziger ordentlicher Professor für Zeitungskunde einnahm, sind sowohl seine Lebensgeschichte wie seine wissenschaftlichen Leistungen nur marginal erforscht und dem Fachgedächtnis der Kommunikationswissenschaft weitgehend entschwunden. Nach wie vor hochaktuell und modern ist Everth durch seine originäre Idee, die Zeitungskunde als interdisziplinäre Integrationswissenschaft mit dem expliziten Erkenntnisfokus auf „Öffentliche Kommunikation“ zu entwerfen, womit er im Kern den fachpolitischen Diskussionen im Zusammenhang mit der sogenannten sozialwissenschaftlichen Wende der Kommunikationswissenschaft in den 1960er- und -70er Jahren vorgriff.

Erik Koenen wurde für seine Dissertation 2016 mit dem zum dritten Mal vergebenen Nachwuchsförderpreis der Fachgruppe Kommunikationsgeschichte der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ausgezeichnet. Dieser Beitrag stellt die Dissertation in ihrer Konzeption sowie zentrale Resultate vor.

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