Gabriele de Seta & Francesca Olivotti: Postcolonial Posts on Colonial Pasts Constructing Hong Kong nostalgia on social media

Abstract
Hong Kong nostalgia has become a trademark aesthetic in representations of the city from literature and cinema to branding and advertising. This article traces the social construction of Hong Kong nostalgia back to digital media platforms and the everyday activities of users sharing and commenting historical images and textual memories related to the city’s colonial past. In dialogue with recent scholarship on time, media and memory, the authors identify a large Facebook group dedicated to the city’s colonial times and follow the activities of its members through qualitative methodologies guided by a network sensibility. By engaging with the circulation of historical photographs, personal narratives and material culture; and by examining the media practices involved in sharing and reconstructing local memories, the authors provide an ethnographically grounded portrayal of how everyday social media interactions contribute to a larger process of nostalgizing the city.

Marek Jeziński & Łukasz Wojtkowski: Nostalgia Commodified Towards the marketization of the post-communist past through the new media

Abstract
In this paper post-communist nostalgia in contemporary Poland as a specific form of cultural practice is examined. The phenomenon is characterized by the references to space, time, people and human activities evoking nostalgic feelings and emotions rooted in past of a particular human group and it is defined through the media practices as a certain kind of product functioning in and by the media.
The post-communist nostalgia is presented as a kind of folklore that functions mainly in the new media as a sphere of cultural commodity of emotions and is manifested by the internet blogs, shops (one can obtain the communist era products), ‘memory’ sites profiled to bring the recollections from the communist past (virtual museums, fora discussing TV shows, TV series, toys, books, products, etc. coming from the 1970. decade), websites chatting about people (politicians, artists, sportsmen), places or events coming from the socialist era.

Rezensionen 4/2016

Michael Meyen & Anke Fiedler: Wer jung ist, liest die Junge Welt. Die Geschichte der auflagenstärksten DDR-Zeitung. Berlin: Links, 2013, 279 Seiten.
– rezensiert von Christoph Lorke, Münster

Reynolds, Glenn: Colonial Cinema in Africa. Jefferson, North Carolina: McFarland & Company, Inc. Publishers, 2015, 236 Seiten.
– rezensiert von Ulrich van der Heyden, Berlin

Matthias Karmasin & Christian Oggolder (Hg.): Österreichische Mediengeschichte. Von den frühen Drucken bis zur Ausdifferenzierung des Mediensystems (1500 bis 1918). Bd. 1. Wiesbaden: Springer VS 2016, 253 Seiten.
– rezensiert von Christian Schwarzenegger, Augsburg

Editorial 3/2016 Kommunikation in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

30 Jahre medien & zeit! Der Geburtstag bietet nicht nur Anlass um zu Feiern und gemeinsam mit langjährigen WegbegleiterInnen und MitstreiterInnen im Hier und Jetzt über Vergangenes wie Zukünftiges zu reflektieren. Die Publikationsgeschichte dieser, seit 1986 bestehenden Wiener Fachzeitschrift, erlaubt es ein Profil dieser Zeitschrift und des dahinterstehenden HerausgeberInnenkreises zu zeichnen. Weiterlesen

Thomas Birkner & Christian Schwarzenegger: Konjunkturen, Kontexte, Kontinuitäten Eine Programmatik für die Kommunikationsgeschichte im digitalen Zeitalter

Abstract
Der Beitrag skizziert zunächst einen kursorischen Rückblick auf die letzten drei Jahrzehnte kommunikationshistorischer Forschung. Kommunikationsgeschichte wird dazu als ein Denkstil und eine intellektuelle Perspektive innerhalb der Kommunikationswissenschaft verstanden. Der Aufsatz bietet Überblick zur Institutionalisierung dieses Denkstils im deutschsprachigen Fach sowie über jüngere und jüngste thematische Schwerpunktsetzungen innerhalb der Kommunikationsgeschichte, speziell in Gestalt der Aktivitäten der DGPuK-Fachgruppe. In einem zweiten argumentativen Schritt werden dann programmatisch drei Bereiche erörtert, die auf der Agenda der kommunikationshistorischen Forschung in den nächsten Jahren eine Rolle spielen werden und eine Rolle spielen müssen, um die Relevanz der Kommunikationsgeschichte für das Fach zu erhalten, zu stärken und gegenüber der Kollegenschaft zu vermitteln.

Gaby Falböck & Christina Krakovsky: Gleichsam Anfang und Ende

Abstract
Der Beitrag eröffnet mit einem wissenschaftssoziologischen Umriss von Fachzeitschriften. Diese Plattformen erfüllen eine Reihe von Funktionen: Neben der dokumentarischen und archivarischen Aufgabe sind sie gedruckte, zunehmend auch digitale respektive virtuelle Räume der Ausverhandlung und Repräsentation der Identität einer Scientific Community. Als Teil des keineswegs starren Systems Wissenschaft sind sie einem Wandel unterworfen, der sich in ihren Entstehungsbedingungen wie ihrem Wert abzeichnet. Betrachtet man die diesbezüglichen Debatten innerhalb des Raumes „Fachzeitschrift“ sind Positionen und Positionsbestimmungen erkennbar. Ein Blick auf die gesamten publizierten Inhalte dieses Raumes „Fachzeitschrift“ gibt Aufschluss über die konkrete Arbeit innerhalb des Fachbereichs und die Ausformungen der Forschung. Die Studie nimmt deshalb eine quantitative Analyse der Inhalte der Fachzeitschrift medien & zeit vor. Ausgewertet wurden sämtliche Vollbeiträge, Notizen und Kurzberichte, die im Zeitraum von 1986 bis 2015 in der Zeitschrift erschienen sind. Die Fragen der Studie zielen im Kern auf wissenschaftliche und geografische Herkunft der AutorInnen, fokussierte Medien der Kommunikation, Zeiträume, die Gegenstand der Auseinandersetzung waren, Länder, die in den Blick genommen wurden, methodische Zugänge sowie theoretische Bezugnahmen.

Beatrice Dernbach: Wer hat, dem wird gegeben Bedingungen, Phänomene und Effekte genderspezifischer Wissenschaftskommunikation

Abstract
WissenschaftlerInnen sollen forschen und damit zentrale Fragen der modernen Gesellschaft beantworten. Sie sollen öffentlich erklären, wie sie zu welchen Ergebnissen gekommen sind. Publizieren sie ihre Erkenntnisse ausschließlich in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, wird ihnen von der nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit das Verharren im Elfenbeinturm vorgeworfen. Kommunizieren sie in populären Massenmedien, so setzen sie sich unter Umständen einer Diskussion über eine eitle Selbstdarstellung aus. Im folgenden Beitrag liegt ein besonderer Fokus auf der Frage, ob diese Herausforderungen für männliche und weibliche ForscherInnen unterschiedlich sind bzw. wahrgenommen werden. Obwohl Frauen in der Wissenschaft noch immer unterrepräsentiert sind, lässt sich dies nicht einfach stereotyp mit strukturellen Bedingungen des Systems begründen. Eine der zentralen Fragen lautet, inwieweit diese Ist-Situation die interne wie externe Kommunikation im und aus dem Wissenschaftssystem heraus bestimmt.

Rudolf Stöber: Positive Tagungserinnerungen Antworten zur Rundfrage

Nachdem ich zu einem kommunikationshistorischen Thema (Verbandsinteresse und Pressefreiheit in der Weimarer Republik) von Bernd Sösemann promoviert worden war, habe ich umgehend einen Antrag auf Aufnahme in die DGPuK gestellt. 1992, zur Jahrestagung in Bamberg, wurde ich aufgenommen. Dort traf sich ein kommunikationshistorischer Arbeitskreis, aus dem wenig später die Fachgruppe Kommunikationsgeschichte in der DGPuK hervorging. Weiterlesen

Roland Steiner: Schöne, spannende, intensive, haarausraufende Jahre! Antworten zur Rundfrage

medien & zeit habe ich als Student im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien, Anfang der 1990er Sitz des PKW-Instituts, erstmals gesehen zwischen den damals wie heute leicht hysterischen ÖH-Zeitschriften. Als angehender Schriftsteller – warum sonst studierte man damals „Publizistik“, wenn man Mittelhochdeutsch vermeiden und etwas im Feuilleton verdienen wollte? – war mir die Zeitschrift per definitionem lesenswerter als jene, die „Science“ bereits im Titel anführten. Ein Abonnement schien mir gegenüber der Konkurrenz von Spex, Art, New Musical Express dennoch nicht wert zu sein – Pop war wichtiger als NS. Weiterlesen

Oliver Rathkolb: Ein Projekt mit Ambitionen, das langen Atem und Frustrationstoleranz fördert Antworten zur Rundfrage

Während meines Studiums in Salzburg lernte ich im Rahmen eines Forschungsprojektes von Hans Heinz Fabris Fritz Hausjell kennen. Dieser war es auch, der mich schließlich in den Arbeitskreis für historische Kommunikationsforschung einlud. Die im Zuge meiner Dissertation (Politische Propaganda der amerikanischen Besatzungsmacht in Österreich 1945-1950. Ein Beitrag zur Geschichte des kalten Krieges in der Presse-, Kultur- und Rundfunkpolitik, Diss Wien 1981) entstandenen Kontakte zu Theodor Venus und Wolfgang Duchkowitsch gaben zusätzlichen Ausschlag. Weiterlesen