Christina Steinkellner: „Der Schoß ist fruchtbar noch,…“ Zur Entwicklung rechtsextremer Ideologien in einschlägigen Zeitschriften von 1952/1953 bis zum Staatsvertrag 1955

Abstract
Das Fortleben der Ideologien ehemaliger NationalsozialistInnen nach 1945 kann sich anhand von Presseartikeln, Dokumenten, gesellschaftlichen Geschehnissen und auch politischen Aktivitäten festmachen lassen. In vorliegender Analyse wird auf die Auseinandersetzung der österreichischen Politik und Gesellschaft mit dem nationalsozialistischen Erbe eingegangen und dessen Einwirkungen auf die einschlägige Presse, insbesondere auf die Gazetten Die Aula und der Eckartbote beleuchtet. Das Ziel dieser Arbeit ist das Herausfiltern des Demokratieverständnisses der ehemaligen NationalsozialistInnen im Nachkriegsösterreich. Ausschlaggebend dabei ist, dass das Land falsch als das „erste Opfer“ des Nationalsozialismus deklariert wurde. Das besondere Forschungsinteresse liegt darin, die Einstellungen der ArtikelverfasserInnen hinsichtlich der politischen Umstände im Nachkriegsösterreich unter Berücksichtigung der schwammigen Entnazifizierungsmaßnahmen zu identifizieren. Untersucht wurde die Zeit der (Wieder-) Erscheinung der Blätter, die Jahre 1952 (Die Aula) bzw. 1953 (Eckartbote), bis zum Jahresende 1955. Damit konnten die medialen Reaktionen auf die Ratifizierung des Österreichischen Staatsvertrages, der im Mai 1955 unterzeichnet wurde, in die Analyse miteinfließen. Ebenfalls wird dem Umstand Aufmerksamkeit geschenkt, dass sich die Lage und Akzeptanz der ehemaligen NationalsozialistInnen nach deren Amnestierungen 1947/1948 um einiges besserte, ein regelrechtes Buhlen um die WählerInnenstimmen dieser „Ehemaligen“ stattfand und dies einen großen Einfluss auf gesellschaftliche und politische Bereiche in Österreich hatte.

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