Anna Sawerthal: Eine Zeitung für Tibet Der yul phyogs so so’i gsar ‘gyur me long (1925-1963)

Abstract
Das hier vorgestellte Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit dem Beginn der tibetisch-sprachigen Pressegeschichte und beleuchtet umfassend eine der ersten tibetisch-sprachigen Zeitungen, den yul phyogs so so’i gsar ‘gyur me long, den „Spiegel der Nachrichten aus verschiedenen Regionen [der Welt]“ (hier kurz Melong) im sozio-historischen Kontext. Diese Zeitung wurde von 1925-1963 im indischen Grenzort Kalimpong, das im heutigen Westbengalen liegt, produziert. Von dort wurde sie monatlich mit Yak-Karawanen nach Lhasa gebracht. Die Zeitung hatte zwar ein globales Distributionsnetzwerk, ihre HauptleserInnenschaft befand sich aber in Zentraltibet und Kalimpong.
Die medienhistorische Studie untersucht, wie das globale Produkt „Zeitung“ für ein tibetisch-sprachiges Publikum adaptiert wurde, und analysiert einerseits damit einhergehende Transformationsprozesse des Genres Zeitung und andererseits der daran teilhabenden Gemeinschaft „Tibet“. Aufgrund der Quellenlage fokussiert sie auf Vorstellungen über dieses Tibet innerhalb der Zeitung und verbindet somit Benedict Anderson’s Thesen der „Imagined Communities“ mit dem transkulturellen Ansatz.

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