Peter Gentzel, Christian Schwarzenegger & Anna Wagner: Zeugnisse des Alltags

Tagebuchverfahren als Quelle und Methode in der (historischen)
Kommunikationsforschung

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der Bedeutung und dem Potenzial von Tagebüchern in der medien- und kommunikationshistorischen Forschung und darüber hinaus. Dabei werden sowohl der Quellenwert und der Quellencharakter von „echten Tagebüchern“ als Überreste eines vergangenen Alltags als auch zu Forschungszwecken angefertigte Tagebücher als empirische Erhebungsinstrumente thematisiert. Im Beitrag diskutieren wir zunächst, wozu in der Forschung Tagebücher herangezogen werden können, um Einblicke in subjektive Sinngebungen, persönliche Routinen und Erfahrungen der Lebensführung wie auch in gesellschaftliche Kontexte und Kulturen des Lebensvollzugs unter bestimmten Bedingungen und zu bestimmten Zeiten zu gewinnen. Wir erörtern hierzu das Erkenntnispotenzial, das sich aus Tagebüchern als Quelle aus einem gestrigen Alltag für heute ergibt. Hernach adressieren wir Möglichkeiten, die Charakteristika von solchen authentischen Tagebüchern, welche im tatsächlichen Lebenszusammenhang geführt worden sind, auf den gezielten empirischen Einsatz hin zu übertragen und diskutieren Spannungsfelder, die sich bei diesem Bemühen ergeben.

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