Lisa Hoppel: „Feuer und Schwert im Sudan“ Die Erfolgsgeschichte eines Buches im Spiegel eines gesellschaftlichen Wandels

Abstract
Als junger Österreicher trat Rudolph Slatin Pascha 1878 in ägyptische Dienste und erlebte als Gouverneur im besetzten Sudan den Mahdi-Aufstand gegen die ägyptische Fremdherrschaft am eigenen Leibe mit. Sein Werk Feuer und Schwert im Sudan zählt daher nicht nur zu einer der wichtigsten Quellen europäischer Prägung dieses geopolitischen Ereignisses, sondern kann außerhalb der Bedeutung als ereignisgeschichtliches Dokument auch als Beispiel für den inhaltlichen Wandel eines ursprünglich dokumentarischen Berichts vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer Veränderungen begriffen werden.
Aufgrund von hohen Auflagenzahlen, aber auch durch einen Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen veränderten sich das Werk, sowie sein Erfolg stetig. Drei Ausgaben des Textes wurden in vorliegendem Beitrag daher anhand eines kulturhistorischen Zuganges verglichen. Intention war Veränderungen in Sprache und Format sowie in der zeitgenössischen Reaktion in einem Zeitraum von 100 Jahren, sowohl als Prozess, als auch in ihrer historischen Eigenständigkeit zu begreifen.
Ergebnisse zeigen, dass sich der ursprünglich primär militärische Bericht, im Laufe der Zeit zuerst zu einem abenteuerlichen Jugendbuch und schlussendlich zu einer sehr persönlichen Erzählung wandelte.

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