Indira Dupuis: Die Berichterstattung über Jerzy Popiełuszko in ihrer Bedeutung für die polnische Öffentlichkeit

Legitimitätsverlust durch unintendierte Medienberichterstattung

Die Medienberichterstattung über den Mord an einem Priester, Jerzy Popiełuszko, hat in den 1980er-Jahren die Legitimität der kommunistischen Regierung Polens grundlegend untergraben. Auch wenn dies bereits in der zeitgenössischen Beobachtung durchaus registriert wurde, ist die polnische Medienberichterstattung dazu bisher noch nicht inhaltsanalytisch in ihrer Bedeutung für die politische Transformation in Polen untersucht worden. Die dem vorliegenden Artikel zugrundeliegende Studie soll dies nachholen. Für die überwiegend qualitative Inhaltsanalyse wurden Leitmedien ausgewählt, die den Deutungsspielraum in der kontrollierten polnischen Presse breit abbilden, die Parteizeitung Trybuna Ludu und die auf das intellektuelle Publikum ausgerichtete Wochenzeitung Polityka sowie die organisational unabhängige, jedoch gleichsam zensierte, liberal-katholische Wochenzeitung Tygodnik Powszechny. In den Ergebnissen zeigt sich, wie selbst die Parteizeitung zur Delegitimierung der Regierung innerhalb Polens beigetragen hat.

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