Silke Fürst: „The biggest television event in history“ Wie Medienereignisse durch die journalistische Berichterstattung geprägt werden

Abstract
Jene Ereignisse, die als „Medienereignisse“ in das kollektive Gedächtnis eingehen, werden gemeinhin an einem außergewöhnlich großen Medienpublikum festgemacht („huge audience – the whole world watching“, Katz & Liebes 2007, 158). Trotz dieser konzeptionellen Bedeutung der Größe des Medienpublikums gibt es hierzu bislang kaum Forschung. In einer kritischen Zusammenfassung des Forschungsstands zeigt dieser Beitrag zunächst, dass WissenschaftlerInnen ihre Informationen zum Milliardenpublikum globaler Medienereignisse insbesondere aus den Medien selbst beziehen – und auch RezipientInnen durch diese Berichterstattung beeinflusst werden.
Damit gewinnt die Frage an Bedeutung, wie und auf welcher Basis journalistische Medien über das globale Publikum berichten. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse der britischen Berichterstattung über die Trauerfeier für Lady Diana wird exemplarisch gezeigt, dass Medienberichte die Quantität und Qualität des globalen Zuschauerverhaltens bereits im Vorfeld des Medienereignisses definieren und diese Spekulationen allenfalls auf interessengeleitete Aussagen stützen. Daraus folgen konzeptionelle Überlegungen zu Medienereignissen und Anregungen für künftige
Studien.

Events that enter the collective memory as “media events” are generally conceived as attracting an unusually large media audience (“huge audience – the whole world watching”, Katz & Liebes 2007, 158). Despite its conceptual importance, however, there is hardly any research on the size of global audiences. In a critical review of the state of research, this article shows that scholars studying media events obtain their information on audiences of billions primarily from media coverage. This coverage also influences the potential users of media events. Thus, the question of how and on what basis news media report on global audiences gains in importance. By means of a qualitative content analysis of the British coverage of Lady Diana’s funeral, the study at hand reveals that media reports predefine the quantity and quality of global viewer behaviour in the run-up to the media event and base these speculations at best on statements driven by vested interests. This results in conceptual considerations on media events and suggestions for future studies.

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