Beatrice Dernbach: Zwischen Reputation und Prominenz Wie Wissenschaftler mit modernen Massenmedien umgehen. Der Wandel im System Wissenschaft

Abstract: Der Beruf des Wissenschaftlers hat sich verändert. Sprach der Soziologe Max Weber von der „inneren Berufung“ zur Wissenschaft, so beschreibt Jo Reichertz die heutigen Tätigkeiten als Mix, zu dem auch „face-work und impression management“ gehören. Dieser Wandel des Berufsbildes und der Tätigkeiten hin zu einer externen Präsentation und Kommunikation werden vor dem Hintergrund der veränderten Systembeziehungen zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien diskutiert. Letztere stellen an die Wissenschaftler die Anforderungen, ihre finanzielle Förderung zu legitimieren und deshalb, anders als in der Vergangenheit, mit Medien und der Gesellschaft zu kommunizieren. Diese Entwicklung wiederum hat Rückkoppelungen in das Wissenschaftssystem. Galt früher als die zentrale wissenschaftliche Währung die Reputation, in der Regel nachgewiesen durch viele einschlägige Publikationen, so hat mittlerweile der von Medien generierte Faktor Prominenz eine hohe Wertigkeit erreicht. Einige Studien und Analysen zeigen zwar noch keine flächendeckende, aber erste signifikante Anzeichen für eine zunehmende Medialisierung der Wissenschaft.

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