Wolfgang Pensold: Medien- statt Pressegeschichte! Antworten zur Rundfrage

Wie viele Kolleginnen und Kollegen kam ich zum Arbeitskreis als ambitionierter Jungakademiker mit ausgeprägtem Hang zur Zeitgeschichte. Für mein Studium habe ich im Hauptfach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft wie in den Nebenfächern Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Soziologie zahlreiche Lehrveranstaltungen mit zeitgeschichtlichem Schwerpunkt absolviert. Vor diesem Hintergrund war medien & zeit für mich wie für viele andere ein unausschlagbares Angebot. Wir haben die Zeitschrift als eine unserer Quellen historischer Erkenntnis betrachtet – und natürlich abonniert! Die regelmäßigen Werbeaktionen in Duchkowitschs großer Mediengeschichte-Vorlesung im Audimax der Universität Wien dürfen dahingehend als überaus zielgruppenorientiert bezeichnet werden. Mein Interesse an medien & zeit beschränkte sich letzten Endes aber nicht auf die Lektüre. Am Ende des Diplomstudiums lockte zunehmend die Option, etwas Eigenes veröffentlichen zu können. Und so kam es dann auch. In den späten 1990er und frühen 2000er Jahren erschienen einige Beiträge, die ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen verfasst habe, und nicht nur das, wir trugen zumeist auch die redaktionelle Verantwortung für das betreffende Heft. Es war eine produktive Zeit, in der ich nicht nur viel über meinen Gegenstand erfahren und erarbeitet, sondern auch so manche praktische Erfahrung in der Medienproduktion gemacht habe. Darüber hinaus war es eine Zeit, die von intensiver Zusammenarbeit in diversen Arbeitsgruppen geprägt war. Die Geschichte der Medien war uns eine fast leidenschaftliche Verpflichtung. Allmählich bildete sich im Vorstand des Arbeitskreises – dem ich jahrelang angehörte – eine bunte Gruppe aus jungen Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichster Fachrichtungen, die mit ihren neuartigen Zugängen die pressegeschichtliche Fixierung, die medien & zeit anhaftete, aufzuweichen begannen. Es erschienen Schwerpunkthefte zur Fernseh-, Comic- und Stummfilmgeschichte, um nur einige zu nennen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Wir glaubten uns auf dem Weg, das Versprechen einzulösen, das der Titel der Zeitschrift medien & zeit gab: nämlich Medien- und nicht nur Pressegeschichte zu bieten. Es war praktizierte Interdisziplinarität, die in diesen Tagen bei der redaktionellen Gestaltung der Heftausgaben betrieben wurde, der Versuch, einen breiten medienhistorischen Themenbogen aufzuspannen. Doch leider fand diese Ausrichtung wenig Gegenliebe an der Spitze des Arbeitskreises und unsere Ambitionen verliefen letztlich im Sand. Abgesehen von den damit einhergehenden persönlichen Verwerfungen und der Debatte um die generelle inhaltliche Ausrichtung der Zeitschrift finde ich es im Rückblick besonders schade, dass an dieser Bruchstelle ein wesentlicher Teil der Gruppe den Arbeitskreis verlassen hat und der Zeitschrift fortan nicht mehr zur Verfügung stand. Es war eine tiefe Zäsur, die auch mich bewog, meinen Fokus neu zu setzen, und zwar auf die Dauerausstellung medien.welten im Technischen Museum Wien, an deren Erstellung ich in den folgenden Jahren beteiligt war.Wie viele Kolleginnen und Kollegen kam ich zum Arbeitskreis als ambitionierter Jungakademiker mit ausgeprägtem Hang zur Zeitgeschichte. Für mein Studium habe ich im Hauptfach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft wie in den Nebenfächern Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Soziologie zahlreiche Lehrveranstaltungen mit zeitgeschichtlichem Schwerpunkt absolviert. Vor diesem Hintergrund war medien & zeit für mich wie für viele andere ein unausschlagbares Angebot. Wir haben die Zeitschrift als eine unserer Quellen historischer Erkenntnis betrachtet – und natürlich abonniert! Die regelmäßigen Werbeaktionen in Duchkowitschs großer Mediengeschichte-Vorlesung im Audimax der Universität Wien dürfen dahingehend als überaus zielgruppenorientiert bezeichnet werden. Mein Interesse an medien & zeit beschränkte sich letzten Endes aber nicht auf die Lektüre. Am Ende des Diplomstudiums lockte zunehmend die Option, etwas Eigenes veröffentlichen zu können. Und so kam es dann auch. In den späten 1990er und frühen 2000er Jahren erschienen einige Beiträge, die ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen verfasst habe, und nicht nur das, wir trugen zumeist auch die redaktionelle Verantwortung für das betreffende Heft. Es war eine produktive Zeit, in der ich nicht nur viel über meinen Gegenstand erfahren und erarbeitet, sondern auch so manche praktische Erfahrung in der Medienproduktion gemacht habe. Darüber hinaus war es eine Zeit, die von intensiver Zusammenarbeit in diversen Arbeitsgruppen geprägt war. Die Geschichte der Medien war uns eine fast leidenschaftliche Verpflichtung. Allmählich bildete sich im Vorstand des Arbeitskreises – dem ich jahrelang angehörte – eine bunte Gruppe aus jungen Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichster Fachrichtungen, die mit ihren neuartigen Zugängen die pressegeschichtliche Fixierung, die medien & zeit anhaftete, aufzuweichen begannen. Es erschienen Schwerpunkthefte zur Fernseh-, Comic- und Stummfilmgeschichte, um nur einige zu nennen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Wir glaubten uns auf dem Weg, das Versprechen einzulösen, das der Titel der Zeitschrift medien & zeit gab: nämlich Medien- und nicht nur Pressegeschichte zu bieten. Es war praktizierte Interdisziplinarität, die in diesen Tagen bei der redaktionellen Gestaltung der Heftausgaben betrieben wurde, der Versuch, einen breiten medienhistorischen Themenbogen aufzuspannen. Doch leider fand diese Ausrichtung wenig Gegenliebe an der Spitze des Arbeitskreises und unsere Ambitionen verliefen letztlich im Sand. Abgesehen von den damit einhergehenden persönlichen Verwerfungen und der Debatte um die generelle inhaltliche Ausrichtung der Zeitschrift finde ich es im Rückblick besonders schade, dass an dieser Bruchstelle ein wesentlicher Teil der Gruppe den Arbeitskreis verlassen hat und der Zeitschrift fortan nicht mehr zur Verfügung stand. Es war eine tiefe Zäsur, die auch mich bewog, meinen Fokus neu zu setzen, und zwar auf die Dauerausstellung medien.welten im Technischen Museum Wien, an deren Erstellung ich in den folgenden Jahren beteiligt war.

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