Mark Eisenegger & Susanne Gedamke: Wissenschaft in den Medien Zur Logik medialer Wissenschaftsthematisierung

Abstract: Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dem Wandel und den Regularitäten der medienvermittelten Resonanz des Handlungssystems Wissenschaft. Vor dem Hintergrund einer vermuteten Reputationsvolatilität des Systems und einer verstärkt problematisierenden Berichterstattung über Wissenschaft wurden mithilfe einer diachronen Inhaltsanalyse Berichterstattungsmerkmale überprüft, welche zu dieser Reputationsvolatilität beitragen. In der Langzeitentwicklung der Berichterstattung über Wissenschaft in Schweizer Medien zeigt sich eine Zunahme der problematisierenden Wissenschaftsberichterstattung. Weiterhin kann aus gegenwärtiger Perspektive eine zweigeteilte Wissenschaftsberichterstattung festgestellt werden: Einerseits lässt sich eine neutrale bis positive Thematisierung beobachten, die weitgehend auf die Kommunikations- Inputs der Wissenschaft abstellt und vermeldenden Charakter hat. Andererseits werden medial vor allem dann journalistische Ressourcen mit erhöhter Eigenleistung aktiviert, wenn die Möglichkeit besteht, Wissenschaft zu skandalisieren. Die problematisierende Berichterstattung ist in der Gegenwart mehrheitlich im Kontext hochschulpolitischer Konflikte zu verorten, in welchen das System Wissenschaft skandalisiert wird. Dieses ambivalente Grundmuster von Wissenschafts-PR und skandalisierender Berichterstattung führt zu einer erhöhten Volatilität in der Reputationsentwicklung des Wissenschaftssystems.

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