Hanna Hacker: Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang STICHWORT, Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Bibliothek – Dokumentation – Multimedia

Einleitung: Der Verein Frauen Forschung und weiblicher Lebenszusammenhang versieht sich als Teil der autonomen Frauen/Lesbenbewegung und ist eng mit anderen feministischen Projekten, etwas loser auch mit institutionellen Frauenforschungszusammenhängen bzw. Gruppierungen im Bibliotheks- und Dokumentationsbereich vernetzt.

Die Aktivitäten des Vereins bestehen u. a. in der Organisation von Vortragsveranstaltungen, Ausstellungen und Lesungen im Sinne lebendiger Prozesse der Kommunikation zwischen autonomer Frauenbewegung, engagierter Wissenschaft und feministischer (Gegen)-Kultur. So luden wir beispielsweise Mailänder Autorinnen des kontrovers rezipierten Buches Wie weibliche /bei heit ent steht zur öffentlichen Diskussion (1990) oder präsentierten die Ergebnisse des (vom BMWF geförderten) Forschimgsprojcktes Die autonome Frauenbewegung im Spiegel der Medien (1991).

Der Verein fungiert als T räger von STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung. Bibliothek – Dokumentation – Multimedia. Die Archiv- und Bibliotheksbestände von STICHWORT umfassen (Stand: Anfang 1993) rund 3000 Signaturen von Monographien, I lerausgeberlnnenwerken, Hochschulschriften, wissenschaftlichen Reihen, Broschüren, diverser grauer Literatur und Einzelaufsätzen, rund 300 internationale Frauen/Lcsbenzeitschriften-Titel, Flugschriften und andere Archivalien von rund 300 österreichischen Frauen/Lesbengruppen, ca. 26.000 Zeitungsausschnitte, mehr als 300 Plakat-Signaturen, ein Ton und Bildarchiv, u. a.

Die Beratungsarbeil für die überwiegend studentischen Benutzerinnen – deren Frequenz die des größten und renommiertesten feministischen Archivs und Dokumentationszentrums in der BRD (FAZ Köln) übertrifft, besteht über das bloße Zur-Verfügung- Stellen von Literatur hinaus in Hilfestellungen bei der Literalursuche in anderen Archiven, Bibliotheken und Dokumentationsstellen, in der Förderung der Kooperation unter Frauen, die sich mit jeweils ähnlichen Themen befassen, in der Unterstützung von Kontaktnahmen zwischen/mil Frauen- und Lesbengruppen im In- und Ausland, in Tips für die Geldbeschaffung zwecks kultureller, wissenschaftlicher und politischer Veranstaltungen, Projekte und Publikationen, in der Diskussion universitärer (Arbeits-) Freuden und Leiden, u. v. m.

Wir arbeiten und entscheiden im Kollektiv; meist können ein bis drei Frauen über befristete Maßnahmen der Arbeitsmarktverwaltung angestellt werden, die weiteren fünf bis sieben Mitarbeiterinnen sind unentgeltlich bzw. gegen gelegentliche Honorierung tätig. Jährlich neu zu beantragende Subventionen erhalten wir von verschiedenenen Stellen des Bundes, der Gemeinde, der OH usw. …

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