Roland Steiner: Schöne, spannende, intensive, haarausraufende Jahre! Antworten zur Rundfrage

medien & zeit habe ich als Student im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien, Anfang der 1990er Sitz des PKW-Instituts, erstmals gesehen zwischen den damals wie heute leicht hysterischen ÖH-Zeitschriften. Als angehender Schriftsteller – warum sonst studierte man damals „Publizistik“, wenn man Mittelhochdeutsch vermeiden und etwas im Feuilleton verdienen wollte? – war mir die Zeitschrift per definitionem lesenswerter als jene, die „Science“ bereits im Titel anführten. Ein Abonnement schien mir gegenüber der Konkurrenz von Spex, Art, New Musical Express dennoch nicht wert zu sein – Pop war wichtiger als NS.

Fast Forward: Nachdem ich die Zeitschrift Mitte der Neunziger dann doch auch gelesen und zwei Jahre abonniert hatte, bot sich anlässlich des Wiedereinstiegs ins Studium im neuen Jahrtausend justament die Möglichkeit, an einem Büchertisch – also „Issuu“ für Analoge – alte Ausgaben zu erwerben. Wobei: „Alt“ ist bei medien & zeit nicht gültig, als dass mediale Vergangenheit nicht vergeht. Kennen gelernt damals – und das Perfekt zieht sich fort ins Präsens – hatte ich Christian Schwarzenegger und Gaby Falböck am Büchertisch. Besser begleitet kann man einen Kreis nicht betreten.

Als Fritz Hausjells Studienassistent und dadurch Wolfgang Duchkowitsch kennen lernend – wie viele Mitglieder des „Arbeitskreises für historische Kommunikationsforschung“ (AHK) wurden nicht von ihnen angeworben! – kam ich zum AHK. Erst als Mitglied, dann als Textredakteur, mit Gaby für die Rezensionen mitverantwortlicher Redakteur, Co-Herausgeber, dann Geschäftsführer… Schöne, spannende, intensive, haarausraufende Jahre!

„Persönliche Geschichte“? Mit Gaby zu einer nunmehr inexistenten Druckerei zu fahren, um dort die aktuelle Auflage nicht abzuholen zu können… Die Zukunft von medien & zeit betreffend? Die Medien- und Kommunikationsgeschichte muss sich – wie in den jüngsten Jahren geschehen – schneller aktuellen Vorgängen widmen, um sie historisch zu kontextualisieren, einzuordnen, zu vergleichen: etwa Liebesbriefe, „Zapping“ (YouTube), Debatten um „Binge Viewing“ oder – seit Jahrzehnten ewig gleich – den Tod von Zeitungen… Pop ate itself – media & time lives.

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