Holger Rust: Publizistische Vergangenheitsbewältigung Eine Auseinandersetzung mit der Wahlkampfberichterstattung der meistgelesenen Tageszeitung Österreichs

Einleitung
Die österreichischen Präsidentschaftswahlen im Frühsommer des Jahres 1986 waren ein willkommener Anlaß, die Standardinstrumentarien der einschlägigen Inhaltsanalyse zur Erweiterung des Wissens um die moderne politische Publizistik einzusetzen. In den letzten Jahrzehnten ist ja in der Kommunikationswissenschaft durch die gezielte Entwicklung und den stetigen Einsatz dieser Instrumente eine eindrucksvolle Literatur entstanden, in der sich zahlreiche Einzelfallstudien mittlerweile zur Bestandsaufnahme eines essentiellen Teils der politischen Kultur der komplexen Massendemokratien zusammenfügen. Vor diesem Hintergrund schien es eine reizvolle Aufgabe, die publizistische Begleitung eines Wahlkampfes zu beobachten, in dem es um ein politisch weniger machtvolles und vor allem in der Tradition des Repräsentations- und Integrationsgedankens angelegtes Amt ging, das in sich die Symbolik der Einheit einer pluralistischen Kultur birgt. …

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