Bärbl Gläser: Ohne „Hofberichterstattung“ zu betreiben

Einleitung: Wir nehmen an, daß die Redakteurinnen von Welt der Frau zur Mehrheit der Journalisten und Journalistinnen in kirchlichen oder katholischen Medien gehören, die sich an den Bedürfnissen des Kirchenvolkes orientieren. Allerdings haben wires als Zeitschrift der „Katholischen Frauenbewegung Österreichs“ (KFBÖ) leichter als beispielsweise Redakteure von Kirchenzeitungen. Die KFBÖ ist als Teilorganisation der „Katholischen Aktion“ der Bischofskonferenz verantwortlich (Referatsbischof Dr. Reinhard Stecher). Ihre Weisung als Herausgeber an Welt der Frau lautet dezidiert: Die Zeitschrift soll über die Mitglieder der KFBÖ hinaus auch verlängerter Arm der Organisation zu den Frauen sein, die der Organisation, ja der Kirche, ferner stehen. An sie sollen Interessen, Ziele und Standpunkte der Frauenbewegung herangetragen werden, ohne „Hofberichterstattung“ zu betreiben. Ansatzpunkt bei der Vermittlung einerchristlichen Wertordnung ist das konkrete Leben von Frauen heute in seinem breiten Spektrum und nicht in erster Linie die von der Hierarchie verkündeten Normen.

Welt der Frau besteht seit 40 Jahren. Die derzeitige Zahl der Abonnements trägt rund 79.000. Sie konnte in den letzten viereinhalb Jahren, seit ich die Redaktion übernommen habe, um rund 4.000 gesteigert werden, was eine hohe Akzeptanz von Inhalt und Aufmachung seitens der Leserinnen beweist und damit wohl auch, daß ihren Bedürfnissen durch eine offene Form der Berichterstattung und Differenzierung der Probleme Rechnung getragen wird. Welt der Frau erhält keine Subventionen aus Kirchengeldern oder von anderer Seite. Die Zeitschrift trägt sich durch Abonnements und Inseratenerlös. Sie ist nicht am Kiosk erhältlich…

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