Robert Mitscha-Eibl: „Narrenfreiheit“, die anderen bereits verloren gegangen ist

Einleitung: Es steht außer Zweifel, daß sich die Arbeitsbedingungen für kirchenabhängige Journalistinnen, d.h. ihre autonome, dem Gewissen verpflichtete Berufsausübung, in den letzten Jahren in manchen Diözesen Österreichs eingeengt haben. Die Kirchenzeitungen der Diözesen Wien, Salzburg und Feldkirch scheinen sich auf einen „katholischeren“, den jeweiligen Bischöfen wohlgefälligen Stil festgelegt zu haben. Die Furche mit ihrem Selbstanspruch auf Intellektualität und Weltoffenheit sieht sich öffentlichen Anfeindungen ausgesetzt. Mein Eindruck ist, daß viele Redakteurinnen dem Druck von seiten der Kirchenhierarchie (notgedrungen) weichen und versuchen, aus der Situation das Beste zu machen, nämlich wenig anstößig zu schreiben, Kirchenkritik auszusparen und bestimmte Themen zu vermeiden.

Derartige Rahmenbedingungen waren Voraussetzung für das Entstehen einer Zeitschrift wie Kirche Intern, die sich mittlerweile durch ihren respektlosen, oppositionellen Stil etablieren konnte und eine derzeit wichtige Nischenfunktion ausübt…

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