Margarethe Szeless: Im Schatten der amerikanischen Bildpolitik Zur Rolle der Fotografie im britischen und französischen Informationsdienst

Abstract
Die Bilderdienste der englischen und französischen Besatzungsmächte waren – v.a. verglichen mit dem Bilderdienst der AmerikanerInnen – weitaus kleinere Abteilungen mit viel weniger MitarbeiterInnen. Dementsprechend waren auch ihr fotografischer Output und ihre Reichweite geringer. Der britische ISB (Information Service Branch) betrieb einen Bilderdienst unter der Leitung von Sybil Kerrison und arbeitete bei der Platzierung von Nachrichtenbildern in österreichischen Zeitungen aufs Engste mit kommerziellen britischen und internationalen Bildagenturen zusammen. Für die Berichterstattung vor Ort wurden österreichische Pressefotografen, darunter Johann und Fritz Basch, August Makart und Alfred Marko, beauftragt. Der französische Bilderdienst unter der Leitung des ehemaligen Kriegsberichterstatters und persönlichen Fotografen von General Béthouart, Robert Moisy, wurde bereits im Jahre 1947 aufgrund finanzieller Engpässe aufgelöst. Die Analyse der französischen Printprodukte, die in Österreich erschienen, zeigt, dass darin literarische Texte und intellektuelle Konzepte dominieren. Dem gedruckten Foto wurde von der französischen Besatzungsmacht kein propagandistischer Mehrwert zugesprochen.

Compared to the Pictorial Section of the American Information Services, the photographic sections of the British and French occupational powers were significantly smaller and had fewer employees. Thus, their photographic output and range was considerably lower. The Photo Section of the British ISB (Information Service Branch) was directed by Sybil Kerrison and cooperated closely with British and international commercial agencies with the scope of placing news photos in Austrian papers. Furthermore, the British ISB commissioned Austrian press photographers, e.g. Johann und Fritz Basch, August Makart and Alfred Marko, to cover local events. The French Service Photographique was founded and run by the former war correspondent and personal photographer of General Béthouart, Robert Moisy. Due to a lack of financial resources, this section was discontinued already in 1947. This article shows that literature and intellectual discourse dominated Austrian newspapers and special interest papers sponsored by the French occupational power, whereas the printed photograph and its propagandistic added value was not exploited.

Facebooktwittergoogle_plusredditlinkedinFacebooktwittergoogle_plusredditlinkedin