Lioba Schlösser: Liminalität und Grenzüberschreitungen im zeitgenössischen Spielfilm Liebe als transgressives Moment

Abstract
Der Aufsatz befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Liminalität und Transgression innerhalb filmischer Darstellungen von Liebe. Alle Thesen werden beispielhaft an den Filmen To Die Like A Man (Nora, Sigalho & Rodrigues 2009), Liebe (Arndt, Heiduschka, Katz, Ménégoz & Haneke 2012), The Danish Girl (Bevan, Fellner, Harrison, Hooper, Mutrux, & Hooper 2015) und Love (Chioua, Maraval, Noé, Sant’Anna, Teixeira, Weil & Noé 2015) verdeutlicht. Das Analysematerial ist thematisch gewählt, sodass zu betrachtende Aspekte gut sichtbar und nachvollziehbar sind. Es beschränkt sich auf zeitgenössisches Material, ab 2009, um Anschluss an aktuelle filmtheoretische Diskurse gewährleisten zu können.
Die Analysen gehen von der Beobachtung aus, dass liminale Momente innerhalb von Liebesbeziehungen Ereignisse einleiten können, die gesellschaftliche Verbote und soziale Tabus in ihrer Vollendung überschreiten und somit, im Sinne Batailles (1994), transgressive Übergänge begründen. Transgression findet ihre Motivation innerhalb des Exzesses der Liebe. Liebe kann somit als mimetisches – und nach Turner/van Gennep (1989; 2003; 2009/1999) rituelles – Muster innerhalb filmischer Realitäten wiedererkannt werden.

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