Martina Thiele: Konstruktivismus in der Kommunikationswissenschaft Außenseiter oder Mainstreamposition?

Einleitung: 

1. Bedingungen für die Etablierung neuer Ansätze und Theorien

Der Wissenschaftssoziologe Thomas S. Kuhn hat in dem 1962 erschienenen Buch „The structure of scientific revolutions“ darauf hingewiesen, dass Wissenschaftsprozesse weniger evolutionär, stetig kumulativ und fortschrittsgebunden als vielmehr von Brüchen gekennzeichnet sind. Paradigmenwechsel finden dann statt, wenn die Relevanz der bis dahin publizierten Forschungsergebnisse abnimmt, alle Hauptprobleme bis zu einem gewissen Grad gelöst erscheinen und die verbleibenden Fragestellungen zunehmend trivialer werden (Kuhn, 1962). Paradigma definiert Kuhn als „universally recognized scientific achievements that for a time provide model problems and solutions to a community of practioners“ (Kuhn, 1967). Paradigmenwechsel führen zu einer veränderten Sichtweise auf frühere Theorien, Untersuchungsgegenstände und Methoden, sie führen auch zu anderen Forschungsvorhaben, Lehrveranstaltungen und Grundlagenwerken wie z.B. Einführungen in die jeweilige Disziplin. Ein Paradigmenwechsel ist demnach u.a. durch eine Analyse der Publikationen, die um und nach diesem erschienen sind, feststellbar. …

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