Jochen Hörisch: Kitsch als Kunst der Selbstunterbietung Eine Bagatelle

Abstract:
Anspruchsvolle moderne Kunst ist kritische Kunst, wer wüsste das nicht? Gerade aber, weil das alle wissen, wird selten bedacht, dass sich Avantgarde-Kunst damit ein Problem einhandelt: sie steht zunehmend unter Hochleistungs- und Konkurrenzdruck wie viele andere gesellschaftliche Sphären auch – und deshalb ist sie zumindest in dieser zentralen Hinsicht nicht „kritisch“, sondern „affirmativ“, nämlich denselben Impulsen verschrieben und verpflichtet wie andere soziale Teilsysteme auch. Das ist die Chance für Kitsch – Kitsch ist der wahre Aussteiger aus den Zwängen der Avantgarde,  Kitsch versteht sich auf die Kunst der Unterbietung.

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