Hans Bohrmann: 100 Jahre nach der Eröffnung der Leipziger Zeitungskunde Über den Beitrag der akademischen Journalistenvorbildung in Deutschland

Abstract
Die Presse kam als Gegenstand in die Geisteswissenschaften. Zeitungskunde / Zeitungswissenschaft waren der Gegenstand und die Veröffentlichungen diesem, auch wenn sie sich am Rande mit dem Journalismus befassten. Die anfangs kleine Zahl von Studenten, die das Fach wählten, erforderten Prüfungen. Angeboten wurde nichts Spezifisches, sondern die Doktorsprüfung, d.h. der überwiegende Teil der Studenten wurde in anderen Fächern graduiert, meist ging man ohne Examen ab. Die Schwerpunktsetzung des Faches und die defizitären Prüfungsmöglichkeiten, zeigen, dass mit dem Fach ein Beitrag zur Professionalisierung beabsichtigt war. Durch das Fach hatte „Standespolitik“ (J. Heuser) einen Durchbruch erzielt, die eher der Institution, weniger den Journalisten zu gute kam. Die Prüfungssituation wurde ab 1957 (BRD) und den Dipl. – Journalisten in der DDR (Leipzig) verbessert, wobei der MA-Titel sich langsam durchsetzte und viele Fremdbestimmungen durch die Nebenfächer enthielt. Erst die vom Bund in den 70iger Jahren finanziell angeschobenen Modellversuche für eine Journalistik führten zum Doppeldiplom (MA und Zertifikat der Deutschen Journalistenschule, München) und zum Dipl.-Journ. (Dortmund). Der im Rahmen des Bologna Prozesses erfolgt Umstieg auf B.A. und konsekutiven MA bringt keine qualitative Veränderung, sodass der Status einer Universitätsabschlussprüfung bestehen bleibt. Im Konkurrenzkampf um Publikum und Werbeaufträge im digitalen Zeitalter scheinen Redaktionen für direkter Subventionen (M.-L. Kiefer), sachlich geeignet, aber das Unistudium Journalismus hat keinen Beitrag Professionisierung (vgl. Ärzte, Rechtsanwälte) gebracht. Alle Fortschritte wurden zusammen mit den Verlagen gegangen, die bislang die von den indirekten Subventionen profitiert haben.

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