Peter Malina: Feind-Bilder in der Karikatur der Ersten Republik Einige unsystematische Bemerkungen

Einleitung:

„Karikaturen sind oft engagierte, auf bestimmten und nicht notwendigerweise allgemeingültigen Wertsystemen beruhende, unter Umständen sehr parteiliche Stellungnahmen. Sie können Mythen und Feindbilder entlarven wie Mythen und Feindbilder aufbauen (…)Sie können gutwillig-humorig oder aggressiv-bösartig sein, das Dargestellte im Prinzip bejahen und vervollkommnen wollen öderes verneinen und vernichten wollen.“
(Wolfgang Marienfeld: Politische Karikaturen. In: Geschichte lernen, 3/1990)

Versteht man die politische Karikatur (auch) als eine aktive Ausdrucksform realpolitisch ausgerichteter Taktik und sozial(-politischer) Zielsetzungen, dann erschließen sich über die Interpretation der Karikatur auch gesellschaftlich-politische Zusammenhänge, die im herkömmlichen Quellengut der Geschichte so nicht (oder nicht so eingängig) nachzuweisen sind. Abgesehen von einigen wenigen Versuchen ist die politische Substanz der österreichischen Karikatur bisher weitgehend unauf gearbeitet geblieben. Dies ist umso erstaunlicher, als für die historische Medienforschung gerade die politische Karikatur die Möglichkeit bietet, die Vergangenheit in ihren verschiedenen gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und kulturellen Facetten ins Bild zu rücken. …

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