Thomas Tode: Ein Film kann einen anderen verdecken: Zu den verschiedenen Fassungen des „Panzerkreuzer Potemkin“ und Meisels wieder gefundener Musikvertonung Ein Forschungsbericht

Einleitung: Wer von uns kann schon Auskunft darüber geben, in welcher Version er Sergej Eisensteins Bronenosez Potemkin (Panzerkreuzer Potemkin, SU 1925) das erste Mal gesehen hat? Aus aktuellem Anlass möchte ich im Folgenden die Historie der diversen Fassungen des Potemkin nachzeichnen: Die verschollen geglaubte Musik des Films von Edmund Meisei wurde kürzlich im Depot des Wiener Technischen Museums aufgefunden. Dort lagerten bisher unbeachtet drei komplette Sätze der synchron abzuspielenden Nadeltonplatten. Sie sollen noch im Jahr 2003 zu einer Rekonstruktion der 1930 entstandenen Tonfassung des Films führen. Panzerkreuzer Potemkin ist wie eine jener russischen Puppen, die immer noch kleinere in sich enthalten und eine nach dem anderen zum Vorschein bringen. Der ursprüngliche, am 24. 12. 1925 im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführte Film enthielt all jene verstümmelten Fassungen und illustren Vertonungen, die im Laufe von über 75 Jahren die Kinogeschichte heimgesucht haben. …

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