Erik Koenen: Ein „einsamer“ Wissenschaftler? Erich Everth und das Leipziger Institut für Zeitungskunde zwischen 1926 und 1933 Ein Beitrag zur Bedeutung des Biographischen für die Geschichte der Zeitungswissenschaft

Einleitung: Der Wissenschaftshistoriker und -soziologe Terry N. Clark beschreibt fünf „Stadien wissenschaftlicher Institutionalisierung“: den einsamen Wissenschaftler, Amateurwissenschaft, entstehende akademische Wissenschaft, etablierte Wissenschaft und Big Science. Anhand der ersten vier Stadien dieser Systematisierung kann man die generelle institutionelle Entwicklung des Faches Zeitungswissenschaft bis 1933 darstellen. Aber geht man ferner auf die Ebenen der Akteure, der Institute sowie der wissenschaftlichen Leistungen und Ressourcen ein, so zeigt sich eine „erhebliche professionelle Anomie“ in der Institutionalisierung der Zeitungswissenschaft: Ausbildung und Lehre an den einzelnen Instituten waren lokal organisiert, die Arbeitsbedingungen und -möglichkeiten waren desolat und miserabel, zu den Aufgaben, Wegen und Zielen des Faches wurde bei seinen Vertretern kein Konsens erreicht, sie forschten meist einsam für sich und vernetzten wissenschaftliche Leistungen wenig miteinander. …

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