Georg Auer: Down Under – ganz unten drunter Auch in Australien machten Österreicher im 2. Weltkrieg antifaschistische Exilzeitschriften

Einleitung: Als wir im Herbst 1940, ein halbes Jahr nach dem Zusammenbruch der französisch-britischen Front bei Dünkirchen, in Australien ankamen, gab es dort schon Ureinwohner aus Österreich, die direkt oder auf dem Umweg über Shanghai oder Singapore vor Hitler ab 1938 dorthin geflohen waren.

Wir, das waren einige hundert Österreicher, kamen so an wie die ersten weißen Besiedler vor nun genau 200 Jahren: Im Bauch eines Gefangenenschiffs, in Sydney Harbour. Mit einem Unterschied: Die einstmals deportierten britischen Strafgefangenen waren mit dem Ziel Australien an Bord getrieben worden. Wir hätten zum größten Teil eigentlich von Großbritannien auf die Internierten-Insel Man gebracht werden sollen, um dort gesiebt zu werden, ob wir freundliche oder feindliche Ausländer wären.

„Sorry, bedauerlicher Irrtum“, sagte man nachher im britischen Parlament, als der Skandal von der Verschickung von mehr als 2.000 geeichten Antifaschisten und Juden, Deutschen und Österreichern, von den Zeitungen aufgegriffen worden war.

Anderthalb Jahre blieben wir interniert, ehe das Licht, das in England sofort nach der Masseninternierung von Antifaschisten aufgegangen war, von der Dowingstreet auch bis Down Under schien, wie die Australier ihren Kontinent ob seiner Position auf der Weltkugel geographisch nicht ganz korrekt bezeichnen. Wir konnten uns freiwillig zur australischen Armee melden. …

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