Magdalena Mayer: „Do The 80ies Yourself“ Österreichische Fanzines als Sprachrohr einer Gegenöffentlichkeit der 1980er

Einleitung:

„Wer sich an die achtziger Jahre erinnern kann, hat sie nicht erlebt.“
(Falco)

„Diesen ganzen theoretischen Mist sollen lieber irgendwelche Studenten schreiben, die eh keine Ahnung haben […] und sich irgendetwas Pseudo-Intellektuelles aus den Fingern saugen.“
(Frick, 1997, S. 11)

Diese scheinbar zusammenhanglosen Sätze sind viel zitierte Aussagen von Musiker Falco bzw. des Herausgebers des „Ego-Zines“ Enpunkt und deklarieren Forschungsbedarf: Zum einen stellen die 1980er Jahre in Österreich noch ein „schwarzes Loch“ in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung dar, zum anderen ist es um den Forschungsstand zu Subkulturen dieser Zeit und deren Mediengebrauch dürftig bestellt. Gründe dafür mögen Angst vor dem Theoretisieren subkultureller Praxen sein oder schlichtweg eine Vernebelung beziehungsweise ein Vergessen österreichischer (Medien-) Kultur der 1980er, da zu ihrer Zeit nicht ausreichend dokumentiert oder archiviert wurde.

Ausgehend von dieser Problematik wird der Versuch unternommen, ein Bild der Gegenöffentlichkeit im Österreich der 1980er Jahre am Beispiel von Fanzines als Sprachrohr subkultureller Bewegungen zu zeichnen.

Die 1980er gelten als Dekade der Widersprüche, in der auch subkulturelle Umbrüche stattfanden. Sprach man nach dem „revolutionären Höhepunkt“ einer Gegenkultur im Jahr 1968 noch in den 1970er Jahren auf Grund des Erstarkens von Gruppierungen wie Hippies oder Punks von Rebellion und Revolution, so schienen ein Jahrzehnt später sämtliche Alternativbewegungen sowie deren mediale Repräsentation zu verebben. Etliche Mediengründungen fanden statt, doch wie sah es mit Alternativangeboten zu Mainstream-Medien, ausgehend von einer aktiven Gegenöffentlichkeit, aus? Was wurde im „schnellen Jahrzehnt“ aus kritischen Stimmen des Underground?

Als Untersuchungsgegenstand diente das Fanzine, ein wesentliches Printmedium der Wiener Szene. Anhand österreichischer Fanzines wurde der Stellenwert dieser Magazine für die Herausgeber und für die Gesellschaft untersucht. So soll ersichtlich werden, was Gegenöffentlichkeit in den 1980ern ausmachte. Welche Bedeutung konnten diese Publikationen als Gegenprodukte zum vorherrschenden Mediendiskurs gewinnen? Konnten sie Szene, Szenemitglieder und Gesellschaft prägen? …

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