Bernd Beutl: Die nationalsozialistische Presse der Ersten Republik (1918-1933) Ergebnisse zweier Forschungsprojekte des Arbeitskreises für historische Kommunikationsforschung

Einleitung: Den Aufstieg der NSDAP von einer kleinen Gruppe von Sektierern hin zu einer alle Bereiche des Lebens durchdringenden Massenbewegung einzig und allein auf die suggestive Kraft des gesprochenen Wortes zurückzuführen, würde nicht nur den bekannten Mythenbildungen um die Person Hitlers Stoff liefern und das Charisma und den Nimbus des „Führers“ verstärken, sondern zudem die breite und vielfältige Palette der bereits in der „Kampfzeit“ verwendeten Beeinflussungsinstrumentarien vergessen machen und negieren.
Die Bedeutung der Rede als wichtigstes Mittel der Suggestion wird in nationalsozialistischen Selbstdarstellungen sehr oft hervorgehoben. Die nationalsozialistische Bewegung, die schon sehr früh Schulungskurse für Redner abhielt, griff aufgrund ihrer prekären instabilen finanziellen Situation in der Weimarer Republik verstärkt auf dieses billig handzuhabende und mit geringen Kosten verbundene Instrument politischer Agitation zurück. Die Propagandaforschung hat sich dementsprechend bisher vielfach mit der NSDAP als Rednerpartei auseinandergesetzt…

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