Andrea Schlotterbeck: Die Berichterstattung über die „Endlösung der Judenfrage“ Eine Zeitungsanalyse am Beispiel der „Neuen Zürcher Zeitung“ 1942

Einleitung: Will man sich ein Bild davon machen, wieviel die Zeitungen im Ausland über die Vernichtung der Juden geschrieben haben, genügt es nicht, sich nur an der Berichterstattung zu bestimmten Ereignissen zu orientieren. Kurzfristige Empörung ist schnell vergessen. Für den vorliegenden Artikel war es entscheidend, die Kontinuität zu untersuchen, mit der über dieses Thema berichtet wurde.

Als Untersuchungszeitraum bot sich das Jahr 1942 an. Bis dahin hatten bereits genügend Berichte über den Massenmord an Juden die alliierten und neutralen Staaten erreicht, um das tatsächliche Ausmaß der Judenverfolgung erkennen zu können.

Deutsche Quellen, Augenzeugenberichte von Flüchtlingen und neutralen Beobachtern, Massendeportationen „nach dem Osten“ sowie alarmierende Botschaften des polnischen Untergrunds zeichneten ein deutliches Bild. Öffentliche Erklärungen, Pressekonferenzen und schließlich gemeinsame Erklärungen der Allierten am 17. Dezember sorgten dafür, daß zumindest ein Teil der Informationen auch publik wurde.

Doch wie reagierten die Zeitungen auf diese Meldungen? Will man die Berichterstattung der einzelnen Zeitungen beurteilen, darf man auf keinen Fall die damaligen Einschränkungen unberücksichtigt lassen, denen die Medien ausgesetzt waren. Dem Recht der Medien auf umfassende Information sind während eines Krieges immer Schranken gesetzt. Deren Höhe allerdings bestimmt jedes Land für sich. Doch eine Zensur, ob sie nun Selbst-, Vor- oder Informationszensur genannt wird, besteht in jedem Staat…

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