Michaela Lindinger, Wolfgang Monschein & Bernd Beut: „Des Teufels Wochenblatt“ Neonazismus in der österreichischen Nachkriegspresse am Beispiel von "Oststeirischer Wochenpost" / "Alpenländischer Heimatruf" (29. Mai 1947 – 2. Oktober 1948)

Einleitung: Willibald I. Holzer bezeichnet den Forschungsstand zu Erscheinungsformen des historischen, insbesondere aber des modernen Rechtsextremismus „immer noch“ als „äußerst ungenügend“. Da es sich beim Gegenstand der vorliegenden Untersuchung um eine kurzlebige Zeitschrift handelt, die sehr knapp nach Kriegsende, nämlich in den Jahren 1947 und 1948 erschienen ist, scheint uns hier der Begriff neonazistisch zutreffender zu sein als der eher allgemein gefaßte Ausdruck rechtsextremistisch. Die Oststeirische Wochenpost beziehungsweise der Alpenländische Heimatruf propagierten in ziemlich unverhüllter Form publizistisch die Ziele des Nationalsozialismus. Die hinter dem Alpenländischen Heimatruf stehende Organisation, die „Verfassungstreue Vereinigung für Österreich“, kann zu jenen Nachkriegsgruppierungen gezählt werden, die in bezug auf den Nationalsozialismus einen „ausgeprägten Imitationscharakter“ besaßen und ihre „offensichtliche Nähe zu den Faschismen weder verbergen konnten noch wollten.“ …

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