Ruth Stifter: Der rote Bildschirm Zur Entwicklung des Fernsehens in der Sowjetunion

Einleitung: Der vorliegende Beitrag befaßt sich mit der geschichtlichen Entwicklung des sowjetischen Fernsehens, beginnend mit den ersten rundfunktechnischen Erfindungen des 20. Jahrhunderts bis hin zu den grundlegenden medienpolitischen Reformbestrebungen im Zuge der großen gesellschaftlichen Umgestaltungen im Sinne der von Michail Gorbacev postulierten Politik von glasnost und perestrojka (Transparenz und Umgestaltung) gegen Ende der 80er Jahre. Da hierbei gerade auch die politisch-ideologischen Rahmenbedingungen, unter denen sich das Medium Fernsehen in der Sowjetunion entwickelte, einfließen, mag dieser Aufsatz zugleich auch den Modell fall eines totalitären informationsmonopolistischen Rundfunkkonzepts beleuchten.

Eingangs werden die zentralen Termini der sowjetischen Medienpolitik einer kurzen Begriffsbestimmung unterzogen. Als Leitbegriffe sollen dabei die marxistisch-leninistisch determinierten Kategorien Agitation und Propaganda identifiziert werden, die zusammen mit Lenins Verständnis von den Funktionen der Presse das Ideengebäude der sowjetischen Medienphilosophie wesentlich konstituieren.

Der praktische Teil des Aufsatzes gibt mit einem Abschnitt über die ersten Erfindungen auf dem Gebiet der Rundfunktechnik in den Anfängen der Sowjetrepublik einen ersten Einblick in die technische Ebene der Fernsehentwicklung in der UdSSR. Dazu gesellt sich eine kurze Vermittlung der topographisch-demoskopischen Rahmenbedingungen, unter denen sich der Ausbau des Rundfunk- und Fernsehnetzes vollzog. …

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