Wolfgang R. Langenbucher: Darstellungslücken trotz reger Forschung Zur gegenwärtigen Situation der Kommunikationsgeschichte. Ein Beitrag zur Rundfrage "Neue Positionen zur Kommunikationsgeschichte"

Einleitung: Der Eindruck von Mitte der 80er Jahre hat sich weiter verstärkt: Die diversen Geschichtswissenschaften und die Geschichtsbeschreibung haben Konjunktur. Immer neue Sammel- und Einzelmonumentalwerke werden angekündigt beziehungsweise erscheinen tatsächlich. Und noch immer ist die Kommunikationswissenschaft an dieser intellektuellen wie verlegerischen Konjunktur nicht beteiligt. Da trotz aller Teamworks-Co-Autorschaften die am meisten hochgelobten Werke noch immer von einzelnen Autorinnen stammen, muß dieses Defizit kommunikationsgeschichtlicher Gesamtdarstellungen wohl einfach damit erklärt werden, daß es diese schreiberischen Kapazitäten nicht gibt oder diese vorläufig noch nicht soweit sind, um mit den Größen anderer historischer Disziplinen zu konkurrieren. Hinzu kommt gewiß, daß derartige „Werke“ ja nicht voraussetzungslos entstehen, sondern das Resultat langdauernder und breit wuchernder Forschungsprozesse sind.

Wie aber steht es um die kommunikationshistorische Forschung der vergangenen fünf Jahre? Die erste Antwort auf diese Frage kann nur positiv lauten: Mit dieser Zeitschrift hat dieses Forschungsinteresse ein eigenständiges Fachforum gefunden. Was sich in den letzten Jahren hierin zugetragen hat, kann jeder Nutzer selbst beurteilen. Deshalb versuche ich eine zweite Antwort durch einen resümierenden Blick in die vergangenen fünf Jahrgänge der Zeitschrift Publizistik, zu deren redaktionellen Traditionen schon immer auch historische Themen gehören. Ich beginne meine Suche mit dem Heft eins des 32. Jahrganges 1987 und notiere, was mir in der Abfolge der zwanzig Hefte so auf- und einfällt. …

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