Dietrich Grünewald: Comics und das Prinzip Bildgeschichte Zur Theorie der Bildgeschichte als eigenständiger Kunstform

Einleitung: Comic – ein unscharfer Begriff
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die seit den 1890er Jahren in US-amerikanischen Zeitungen publizierten Serien-Bildgeschichten als Comics bezeichnet. Bezieht sich der Begriff anfangs auf irmkarikierenden Stil gezeichnete komische Geschichten, so subsumiert er mit dem Erscheinen von Abenteuergeschichten auch andere Genres. Neben die Zeitung treten als weitere Medien Comic-Heft, -Album und -Buch (Zur Geschichte der Comics vgl. u.a. Andreas C. Knigge: Comics. Vom Massenblau ins multimediale Abenteuer. Reinbek 1996.). Das inhaltlich wie gestalterisch vielfältige Angebot läßt den Begriff Comics unscharf werden, läßt Unterschiede zu anderen Formen der Bildgeschichte verschwimmen. So verwenden Autoren wie Kunzle (Kunzle, 1973 und 1989) oder McCloud (McCloud, 1994) den Begriff für jede Art von Bildgeschichte.

Da es für Comics keine festgelegten ästhetischnormativen Regeln gibt, scheint es angebracht, nicht pauschal, sondern anhand konkreter Einzelanalyse nach ihren Spezifika zu fragen. Beginnen wir daher unsere Frage nach einer Definition von Comics und ihrem Verhältnis zur Bildgeschichte allgemein mit der Betrachtung eines populären Comicstrips. …

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