Christine Dallmann & Ralf Vollbrecht: Jugend und Pornografie

Abstract
Von einer angeblichen „Pornografisierung“ der Gesellschaft insgesamt und einer Jugend als „Generation Porno“ im Speziellen ist seit einigen Jahren und anhaltend die Rede. Profiteure und treibende Kräfte dieses Diskurses sind oft nicht eindeutig auseinanderzuhalten. Die folgenden Ausführungen geben zunächst einen kurzen Einblick in den öffentlichen Diskurs und seine Funktionsmechanismen. Ein anschließender Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse ermöglicht dann eine differenziertere Betrachtung der Frage, welche Rolle sexualisierte Inhalte und Pornografie im Alltag Jugendlicher spielen. Dabei wird deutlich, dass diese Frage nicht eindimensional im Sinne der Medienwirkungsforschung beantwortet werden kann. Insbesondere vor dem Hintergrund neuerer medialer Entwicklungen zeigt sich, wie ausdifferenziert mediale Praxen Jugendlicher sind. Dass damit auch Risiken für die Jugendlichen selbst einhergehen, ist ein Grund für bestehenden pädagogischen Handlungsbedarf. Fortlaufende Forschungsunternehmungen zum Thema „Jugend und Pornografie“ sind notwendig, um einerseits Impulse für die pädagogische Praxis geben zu können und andererseits eine wissenschaftliche Stimme in der aufgeregt geführten populärwissenschaftlichen Debatte laut machen zu können.

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