Bianca Burger: Von Erregungskurven und Phallusgötzen Eheratgeber und ihre Strategien der Wissensvermittlung in den 1920er-Jahren am Beispiel Theodoor Hendrik van de Velde und Sofie Lazarsfeld

Abstract
Im folgenden Beitrag stehen zum einen die Eheratgeber Die vollkommene Ehe von Theodoor Hendrik van de Velde und Wie die Frau den Mann erlebt von Sofie Lazarsfeld im Fokus. Gerade in der Zwischenkriegszeit boomte die Sachbuchliteratur und die aufkommenden Ehe- und Sexualratgeber ermöglichten in einer Zeit der Liberalisierung einen öffentlichen Diskurs über Sexualität, die trotz allem ausschließlich im Rahmen der Ehe gelebt werden durfte. An Hand dieser beiden Druckwerke aus der Zwischenkriegszeit wird unter anderem die Frage erläutert, warum das Thema der Reproduktion in dieser Zeit von Seiten der Politik aber auch der Gesellschaft besondere Beachtung erfuhr was sich an der Verbreitung der biologischen und psychologischen Ehehygiene verdeutlicht. Anschließend werden die Eheratgeber einer diskursanalytischen Fragestellung unterzogen: welche Themen werden in welcher diskursiven Rahmung wie verhandelt, welche Geschlechterrollen werden in den Ratgebern präsentiert und wie sollte bzw. konnte die Ehe nach Meinung des Verfassers bzw. der Verfasserin verbessert werden. Während Lazarsfeld einen ganzheitlichen Ansatz verfolgte und auch den Lebensumständen vor allem der Frauen vor und während der Ehe Beachtung schenkt und bereits in der richtigen Erziehung der Kinder die Grundlagen sieht, fokussiert sich van de Velde vorwiegend auf die Ehe.

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