Helga Hofmann & Christa Wille: ARIADNE oder: wie feministisch ist die Nationalbibliothek?

Einleitung: Der Gedanke eigener Archive und Bibliotheken für Frauen, in denen ihre Geschichte nach speziellen Kriterien gesammelt, bearbeitet und zur Verfügung gestellt wird, ist keineswegs neu. Bereits in der Alten Frauenbewegung gab es solche Initiativen. Mit der Neuen Frauenbewegung und den gesellschaftspolitischen Veränderungen in den 70er Jahren ist die Wissensproduktion (sprich Literatur) universitärer und außeruniversitärer Frauenforschung stark angestiegen. Dabei sind zwei Forschungsbegriffe zu unterscheiden: Frauenforschung als interdisziplinäre Wissenschaftsrichtung, die den vernachlässigten, verdeckten Aspekt des Weiblichen aufarbeitel, und feministische Wissenschaft,, die darüber hinaus auch die Methoden der herkömmlichen patriarchalen Wissenschaftstheorie kritisiert und eigene Kriterien entwickelt. Frauenforschung und feministische Wissenschaft haben sich mit ihrem Anspruch der Interdisziplinarität und der eigenen Bildungsarbeit in eine eigenständige Richtung entwickelt. Die institutionalisierten Bibliotheken und Archive konnten anfangs mit der Aufarbeitung der Publikationsfülle nicht Schritt halten – autonome Frauenarchive nahmen sich dieser Aufgabe an. …

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