Eva Tamara Titz: „Am Heiderand“ Zur Notwendigkeit einer (medial vermittelten) kollektiven Identität oder Erinnerungen an die Ent- und Eingrenzung des Burgenlandes

Einleitung: Österreich und das Burgenland, verwurzelt durch eine kurze Geschichte im Gegensatz zu anderen (Bundes-)Ländern, verbunden durch Friedensverträge und zusammengeschweißt durch zahlreiche Ereignisse und Kämpfe, werfen heute noch Fragen und Diskussionsansätze über die vergangene und aktuelle Betrachtung des Landes Burgenland durch die Medien auf.

Auch wenn die vorliegende Untersuchung im Laufe des Diskurses von der Burgenland- zu einer Österreichfrage hinausgewachsen ist, steht doch die Beschreibung und Wahrnehmung der Burgenländer/innen im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. In der Untersuchung (dieTeil einer Diplomarbeit ist), die dem Artikel zugrunde liegt, wird die Bewegung der österreichischen Öffentlichkeit aufgrund der Burgenlandfrage erforscht. Die direkte Überprüfung erfolgt in dieser Untersuchung durch die Diskursanalyse.

Um den Kontext der Situation und der Lebenswelt nach 1918 in Westungarn für eine angemessene Analyse besser erfassen zu können, soll nicht nur ein Überblick über die Entstehung des Landes, sondern auch das Kollektiv „Burgenländer/in“ im Hinblick auf zeitgenössische Identität(en) behandelt werden.

Wer waren die Deutschwestungarn, die laut der Friedensverträge von Saint-Germain und Trianon mit dem 29. August 1921 neue Bundesmitglieder werden sollten? Die mediale Realität der Burgenlandfrage wurde mittels Kritischer Diskursanalyse (Jäger, 2004), kombiniert mit Elementen einer Historischen Diskursanalyse, in der Neuen Freien Presse untersucht. Die Ergebnisse der Diskursanalyse (Haslinger, 2006), die ein breites Spektrum von Forschungsbereichen abdeckt, wie etwa das Einbeziehen des diskursiven Kontexts, sprechen für eine kollektive Symbol-Generierung des Landes und der Bevölkerung im Burgenland durch die österreichische Öffentlichkeit. Als Quellen, die über die laufenden Ereignisse berichtet, war das Printmedium Neue Freie Presse jedoch zuverlässig. Somit entstand eine Symbiose aus Realität und Konstrukt des Burgenlandes, deren sich die Leser/innen in Österreich bedienen konnten. …

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