Editorial 3/2016 Kommunikation in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

30 Jahre medien & zeit! Der Geburtstag bietet nicht nur Anlass um zu Feiern und gemeinsam mit langjährigen WegbegleiterInnen und MitstreiterInnen im Hier und Jetzt über Vergangenes wie Zukünftiges zu reflektieren. Die Publikationsgeschichte dieser, seit 1986 bestehenden Wiener Fachzeitschrift, erlaubt es ein Profil dieser Zeitschrift und des dahinterstehenden HerausgeberInnenkreises zu zeichnen. Weiterlesen

Thomas Birkner & Christian Schwarzenegger: Konjunkturen, Kontexte, Kontinuitäten Eine Programmatik für die Kommunikationsgeschichte im digitalen Zeitalter

Abstract
Der Beitrag skizziert zunächst einen kursorischen Rückblick auf die letzten drei Jahrzehnte kommunikationshistorischer Forschung. Kommunikationsgeschichte wird dazu als ein Denkstil und eine intellektuelle Perspektive innerhalb der Kommunikationswissenschaft verstanden. Der Aufsatz bietet Überblick zur Institutionalisierung dieses Denkstils im deutschsprachigen Fach sowie über jüngere und jüngste thematische Schwerpunktsetzungen innerhalb der Kommunikationsgeschichte, speziell in Gestalt der Aktivitäten der DGPuK-Fachgruppe. In einem zweiten argumentativen Schritt werden dann programmatisch drei Bereiche erörtert, die auf der Agenda der kommunikationshistorischen Forschung in den nächsten Jahren eine Rolle spielen werden und eine Rolle spielen müssen, um die Relevanz der Kommunikationsgeschichte für das Fach zu erhalten, zu stärken und gegenüber der Kollegenschaft zu vermitteln.

Gaby Falböck & Christina Krakovsky: Gleichsam Anfang und Ende

Abstract
Der Beitrag eröffnet mit einem wissenschaftssoziologischen Umriss von Fachzeitschriften. Diese Plattformen erfüllen eine Reihe von Funktionen: Neben der dokumentarischen und archivarischen Aufgabe sind sie gedruckte, zunehmend auch digitale respektive virtuelle Räume der Ausverhandlung und Repräsentation der Identität einer Scientific Community. Als Teil des keineswegs starren Systems Wissenschaft sind sie einem Wandel unterworfen, der sich in ihren Entstehungsbedingungen wie ihrem Wert abzeichnet. Betrachtet man die diesbezüglichen Debatten innerhalb des Raumes „Fachzeitschrift“ sind Positionen und Positionsbestimmungen erkennbar. Ein Blick auf die gesamten publizierten Inhalte dieses Raumes „Fachzeitschrift“ gibt Aufschluss über die konkrete Arbeit innerhalb des Fachbereichs und die Ausformungen der Forschung. Die Studie nimmt deshalb eine quantitative Analyse der Inhalte der Fachzeitschrift medien & zeit vor. Ausgewertet wurden sämtliche Vollbeiträge, Notizen und Kurzberichte, die im Zeitraum von 1986 bis 2015 in der Zeitschrift erschienen sind. Die Fragen der Studie zielen im Kern auf wissenschaftliche und geografische Herkunft der AutorInnen, fokussierte Medien der Kommunikation, Zeiträume, die Gegenstand der Auseinandersetzung waren, Länder, die in den Blick genommen wurden, methodische Zugänge sowie theoretische Bezugnahmen.

Beatrice Dernbach: Wer hat, dem wird gegeben Bedingungen, Phänomene und Effekte genderspezifischer Wissenschaftskommunikation

Abstract
WissenschaftlerInnen sollen forschen und damit zentrale Fragen der modernen Gesellschaft beantworten. Sie sollen öffentlich erklären, wie sie zu welchen Ergebnissen gekommen sind. Publizieren sie ihre Erkenntnisse ausschließlich in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, wird ihnen von der nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit das Verharren im Elfenbeinturm vorgeworfen. Kommunizieren sie in populären Massenmedien, so setzen sie sich unter Umständen einer Diskussion über eine eitle Selbstdarstellung aus. Im folgenden Beitrag liegt ein besonderer Fokus auf der Frage, ob diese Herausforderungen für männliche und weibliche ForscherInnen unterschiedlich sind bzw. wahrgenommen werden. Obwohl Frauen in der Wissenschaft noch immer unterrepräsentiert sind, lässt sich dies nicht einfach stereotyp mit strukturellen Bedingungen des Systems begründen. Eine der zentralen Fragen lautet, inwieweit diese Ist-Situation die interne wie externe Kommunikation im und aus dem Wissenschaftssystem heraus bestimmt.

Rudolf Stöber: Positive Tagungserinnerungen Antworten zur Rundfrage

Nachdem ich zu einem kommunikationshistorischen Thema (Verbandsinteresse und Pressefreiheit in der Weimarer Republik) von Bernd Sösemann promoviert worden war, habe ich umgehend einen Antrag auf Aufnahme in die DGPuK gestellt. 1992, zur Jahrestagung in Bamberg, wurde ich aufgenommen. Dort traf sich ein kommunikationshistorischer Arbeitskreis, aus dem wenig später die Fachgruppe Kommunikationsgeschichte in der DGPuK hervorging. Weiterlesen

Roland Steiner: Schöne, spannende, intensive, haarausraufende Jahre! Antworten zur Rundfrage

medien & zeit habe ich als Student im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien, Anfang der 1990er Sitz des PKW-Instituts, erstmals gesehen zwischen den damals wie heute leicht hysterischen ÖH-Zeitschriften. Als angehender Schriftsteller – warum sonst studierte man damals „Publizistik“, wenn man Mittelhochdeutsch vermeiden und etwas im Feuilleton verdienen wollte? – war mir die Zeitschrift per definitionem lesenswerter als jene, die „Science“ bereits im Titel anführten. Ein Abonnement schien mir gegenüber der Konkurrenz von Spex, Art, New Musical Express dennoch nicht wert zu sein – Pop war wichtiger als NS. Weiterlesen

Oliver Rathkolb: Ein Projekt mit Ambitionen, das langen Atem und Frustrationstoleranz fördert Antworten zur Rundfrage

Während meines Studiums in Salzburg lernte ich im Rahmen eines Forschungsprojektes von Hans Heinz Fabris Fritz Hausjell kennen. Dieser war es auch, der mich schließlich in den Arbeitskreis für historische Kommunikationsforschung einlud. Die im Zuge meiner Dissertation (Politische Propaganda der amerikanischen Besatzungsmacht in Österreich 1945-1950. Ein Beitrag zur Geschichte des kalten Krieges in der Presse-, Kultur- und Rundfunkpolitik, Diss Wien 1981) entstandenen Kontakte zu Theodor Venus und Wolfgang Duchkowitsch gaben zusätzlichen Ausschlag. Weiterlesen

Horst Pöttker: Fünf episodische Erinnerungen als Antwort Antworten zur Rundfrage

Meine Verbindung mit medien & zeit (m&z) ist fast so alt wie die Zeitschrift selbst. Jedenfalls scheint mir das so. Die Bitte um ein Wort zum 30-jährigen Jubiläum erreicht mich auf dem Land in Frankreich, wo mir kein Archiv zur Verfügung steht. Ich bin auf Erinnerungen angewiesen, von denen HistorikerInnen wissen, dass sie trügerisch sind. Im Gedächtnis geblieben sind fünf Episoden. Aus ihrer chronologischen Skizze können sich Antworten auf die Impulsfragen ergeben. Weiterlesen

Wolfgang Pensold: Medien- statt Pressegeschichte! Antworten zur Rundfrage

Wie viele Kolleginnen und Kollegen kam ich zum Arbeitskreis als ambitionierter Jungakademiker mit ausgeprägtem Hang zur Zeitgeschichte. Für mein Studium habe ich im Hauptfach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft wie in den Nebenfächern Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Soziologie zahlreiche Lehrveranstaltungen mit zeitgeschichtlichem Schwerpunkt absolviert. Vor diesem Hintergrund war medien & zeit für mich wie für viele andere ein unausschlagbares Angebot. Weiterlesen