Neurokognitive Unterhaltungstransformation in der Komödie

Autor: Mario Magazin

Abstract: Komödien scheinen, anders als Horror- und Actionfilme, von Zusehern viel unproblematischer als Unterhaltung angenommen zu werden. Als Erklärung wird das Drei-Stadien-Modell der Unterhaltungstransformation von Grimm – ursprünglich aus Daten über Gewaltfilme gewonnen – nun auch für Komödien vorgeschlagen. Zugunsten besserer Weiterlesen

Lachen im sozialen Kontext. Konstruktion und Evaluation des Humor-Dispositions-Tests

Autor: Jürgen Grimm

Abstract: Ausgangspunkt ist die transformative Kraft des Humors, die sich auf Kommunikationssituationen wie auf soziale Beziehungen massiv auswirkt. Aufgrund eines Vexierspiels zwischen Gesagtem und Gemeinten durchbricht der Humor die üblichen semantischen und sozialen Regeln und setzt reflexive Prozesse in Gang, die im Einzelnen schwer zu durchschauen und noch schwerer zu kontrollieren sind. Weiterlesen

Political Satire: Defining a Nebulous Construct

Autor: R. Lance Holbert

Abstract: Political satire is a complex form of political discourse that is evident in democratic media systems across the globe. Its diversity has led many to argue that it is impossible to put forward a proper definition that encompasses all of its seemingly infinite permutations, and all extant attempts to define this unwieldy concept have been met with much criticism. Weiterlesen

Zur Wirkungsweise von Selbstironie und Spott in der politischen Rede

AutorInnen: Rebekka Fürer & Jörg Matthes

Abstract: Die politische Rede, die sich direkt an die Bürger wendet, ist seit der Antike ein zentrales Element der Wahlkampf- und Überzeugungskommunikation. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die Verwendung von Humor in einer politischen Rede förderlich für die Persuasion ist. Weiterlesen

Mate Guarding und seine alltagsweltliche Relevanz. Wie Bestehen und Scheitern von Treuetests reflexive Lernprozesse initiieren

Autorin: Christiane Grill

Abstract: Reality-Fernsehen ist stets für die Erfüllung von voyeuristischen und eskapistischen Bedürfnissen seines Publikums kritisiert worden. Seine Wirkungen auf lebensweltliche Lernprozesse wurden zumeist ignoriert. Im Rahmen einer Medienwirkungsstudie (N=137) wurde untersucht, welche Effekte das Bestehen und Scheitern von Frauen und Männern in Treuetests auf reflexive Lernprozesse der Rezipientinnen und Rezipienten haben. Weiterlesen

Der Verein Arbeiterpresse (1900–1933). Selbstverständnis, Autonomie und Ausbildung sozialdemokratischer Redakteure

Autor: Mike Meißner

Abstract: Die Beschäftigung mit den sozialdemokratischen Journalisten am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. in Deutschland stellt unter professionalisierungstheoretischen Aspekten ein Desiderat der kommunikationshistorischen Forschung dar. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sich die sozialdemokratischen Journalisten, die im Verein Arbeiterpresse (VAP) organisiert waren, ihren bürgerlichen Kollegen mit Blick auf ihr berufliches Selbstverständnis annäherten. Weiterlesen

Rezensionen 3/2014

Bernhard Pörksen, Hanne Detel: Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter. Köln: Von Halem 2012, 247.Seiten.
– resensiert von Christoph Jacke, Paderborn

Christian Kuchler (Hg.): NS-Propaganda im 21. Jahrhundert. Zwischen Verbot und öffentlicher Auseinandersetzung. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag 2014, 238 Seiten.
– rezensiert von Thomas Ballhausen, Wien

Wolfgang Schweiger: Determination, Intereffikation, Medialisierung. Theorien zur Beziehung zwischen PR und Journalismus. (= Konzepte. Ansätze der Medien- und Kommunikationswissenschaft; 11) Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2013, 145 Seiten.
– rezensiert von Horst Pöttker, Hamburg und Wien

 

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Joachim Westerbarkey: Geheimnisse Motive, Strategien und Funktionen exklusiver Kommunikation

Autor: Joachim Westerbarkey

Abstract: Eine unvermeidliche Begleiterscheinung von Öffentlichkeit ist Nichtöffentlichkeit, denn jede Öffentlichkeit schließt zugleich ein und aus, weil Kommunikation selektiv ist. Nichtöffentlichkeit resultiert außerdem aus alltäglichen Kommunikationsbarrieren und aus gezielter Geheimhaltung, also der Weigerung, anderen etwas mitzuteilen. Wird auch Geheimhaltung geheim gehalten, handelt es sich um reflexive Geheimhaltung, bei der die Absicht schwer nachzuweisen ist, und werden andere ins Vertrauen gezogen, entsteht ein kollektives Geheimnis bzw. eine diskrete Öffentlichkeit.
Motive und Funktionen von Geheimhaltung sind ebenso ambivalent wie ihre Bewertung: Eigene Geheimnisse werden gewöhnlich positiv bewertet, fremde eher negativ. Kommunikativ werden Geheimnisse gern durch Täuschungen, Lügen, Ablenkung oder verbales Verwirrspiel geschützt und sie sind ein wichtiges Mittel zur Gewinnung von Macht, weil sie die eigene Berechenbarkeit erschweren. Deshalb werden z.T. beträchtliche Ressourcen darauf verwendet, eigene Geheimnisse zu sichern und fremde in Erfahrung zu bringen, und Experten werden damit beauftragt, Geheimhaltung gesellschaftlich akzeptabel zu machen. Dies geschieht u.a. durch wohldosierte Öffentlichkeitsarbeit, denn die Medien sind unverzichtbar, wenn man allgemeine Zustimmung braucht.
In Zeiten technischer Überwachungssysteme und extensiver Sammlung und Verwertung persönlicher Daten wird die Legitimität von Geheimnissen freilich fragwürdig, zumal solche Praktiken häufig nicht bemerkt werden oder unklar bleibt, wer dahinter steckt. Damit erreichen Geheimnisse in der digitalen Welt eine neue gesellschaftliche Brisanz.

Geheim, verdrängt, unbekannt. Lücken von Öffentlichkeit: Worüber Medien gern schweigen – und warum sie das tun

Autor: Horst Pöttker

Abstract: Das Geheimnis wird bereits von Georg Simmel 1908 als ethisch und funktional ambivalent gedeutet:
Einerseits unentbehrlich für soziale Beziehungen und kulturelle Entwicklung, steht es andererseits individueller Selbstbestimmung und demokratischer Selbstregulierung von Gesellschaften entgegen. Diese zweite, problematische Seite des verborgen Bleibenden wird aus der Perspektive des Journalistenberufs und der ihn unterstützenden Journalistik analysiert. Zentrale Gesichtspunkte sind die Aufgabe, zutreffend und umfassend Öffentlichkeit herzustellen, und die journalistische Grundpflicht zum Publizieren. Aus dieser Perspektive werden sieben Gründe für Lücken von Öffentlichkeit analysiert: Druck von außen (z. B. Zensur), kulturelle Tabus, professionelle Routinen (z. B. Nachrichtenfaktoren), erzieherisches Selbstverständnis, Verstopfung von Kommunikationskanälen mit „junk news“ und die Selbstgenese des (Ver-)Schweigens. Am Ende werden Rechercheförderung und Initiativen, die auf medial vernachlässigte Themen hinweisen, als Möglichkeiten erwogen, um Lücken von Öffentlichkeit zu schließen.